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Stefan Zweig
Die Liebe der Erika Ewald und andere Novellen versammelt frühe Prosastücke Stefan Zweigs, in denen seelische Erregung, erotische Scheu und gesellschaftliche Konventionen mit feiner psychologischer Genauigkeit entfaltet werden. Im Mittelpunkt steht Erika, eine junge Pianistin, deren Liebeserfahrung weniger als äusseres Ereignis denn als inneres Drama erscheint. Zweigs Stil verbindet musikalische Rhythmik, impressionistische Wahrnehmung und die nervöse Sensibilität des Wiener Fin de Siècle; seine Novellen stehen im Kontext jener Moderne, die das Unausgesprochene, das Begehren und die fragile Identität zum eigentlichen Gegenstand der Literatur macht. Stefan Zweig, 1881 in Wien geboren, war durch die kulturelle Atmosphäre der Habsburgermonarchie, durch Musik, Theater und die psychoanalytisch geschärfte Aufmerksamkeit seiner Zeit geprägt. Seine frühe Prosa verrät bereits jene lebenslange Faszination für Grenzzustände des Gefühls, für Leidenschaft, Hemmung und moralische Selbstbeobachtung, die später Werke wie Angst oder Vierundzwanzig Stunden aus dem Leben einer Frau bestimmen sollte. Dieses Buch empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die nicht bloss Handlung, sondern seelische Präzision suchen. Es eröffnet einen konzentrierten Zugang zu Zweigs Anfängen und zeigt, wie meisterhaft er aus leisen Regungen literarische Spannung gewinnt.
Romane & Erzählungen
Musaicum Books
Deutsch
188
9788027263783
978-80-272-6378-3