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Günther Oberdorfer
Die Masssystemfrage ist nicht nur für den Studierenden eine grosse Ersclnverung oder Erleichterung für das Verständnis, je nachdem, ob sie der physikalischen Anschauung entgegenkommt oder ihr widerspricht, sondern sie hat eine wesentliche praktische Bedeutung auf dem Gebiet des Messens in der gesamten Physik und Technik. Dass hiebei irgendetwas nicht stimmt oder zumindest unbefriedigend ist, beweist allein di,e Tatsache, dass dauernd in nationalen und zwischenstaatlichen Konferenzen an dieser Frage gearbeitet wird, ohne dass es allerdings bis heute zu einem wesentlichen Ergebnis gekommen wäre. Die heutigen Krisenzeiten, die auf allen Gebieten Neuordnungen erforderlich machen, erleichtern vielleicht auch auf diesem Gebiet eine Bereinigung, die das Ergebnis kritischer Unter suchungen wäre und das leidige Problem endlich lösen würde. In diesem Sinne befassen sich auch die meisten Länder mit einer Neu ordnung ihrer Massgesetze, einer Neuordnung, die im engsten Zu sammenhang zwischen den einzelnen Ländern durchgeführt werden muss, um nicht neuerdings Vielgeleisigkeit eintreten zu lassen. Die Schwierigkeiten der gegenseitigen Verständigung liegen vor allem in einem Mangel an kritischer Grundlage, so dass die Forderungen, die von verschiedenen Seiten - von diesen durchaus berechtig- aufgestellt, von Anderen falsch verstanden und aus den Bediirf nissen ihres Teilgebietes gesehen, abgelehnt werden. Bei klar. er Scheidung dieser Forderungen und ihrer Eit~reihung in entsprechende, klar erkannte Teildomänen der Masssysteme lassen sich aber solche oberflächlich gesehen unvereinbare Teilforderungen meistens so unterbringen, dass sie auch gegenseitig nicht stören.
Sachbücher
Springer Wien
Deutsch
34
2013-10-03
9783709135716
978-3-7091-3571-6