Stefan2020

  • 12. Juni 2021
  • Beitritt 6. Nov 2020
  • 0 Gefolgte Mitglieder0 Mitglieder folgen mir
  • Profil

  • 354 Punkte
  • Lesen tut mir gut!

  • Fanny
    Guten Abend allerseits,

    Ich finde die Besprechung der Rezepte in dieser Gruppe immer spannender; im Laufe der Zeit kennen wir das Buch besser. Für ein Kochbuch ist es in der Tat notwendig, dass man nicht in die Theorie bleibt und ich bin sehr froh, während 3 Wochen diese Rezepte kochen zu „müssen“. Es ist eine Auseinandersetzung mit unseren Gewohnheiten, die gut tut! Es ist auch eine Auseinandersetzung mit den Gewohnheiten der Autorin.

    Ein Paar Gedanken über die Nahrungsmittelindustrie und der Veganismus:
    Ich benutze schon seit langem Sojamilch und mache auch gelegentlich Yoghurts damit. Als ich mit Pflanzencreme die „Cinnamon-Rolls“ gebacken habe, habe ich es toll gefunden, dass es das gibt, ohne zu merken, was in dieser sogenannten „Creme“ beinhaltet war (ich habe naiverweise gemeint, es sei aus Soja, wie die „Milch“)… ich bin froh, dass es die aufmerksamen TeilnehmerInnen dieser Leserrunde gibt: diese „Creme“ möchte ich auch nicht mehr essen. Es gibt bestimmt andere Möglichkeiten vegane Kuchen zu backen. Unsere vielreisende Autorin hätte sie bestimmt in den Kochkulturen der Menschen finden können, die keine Milchprodukte konsumieren.

    Grundsätzlich finde ich gut, dass es einfache, nicht prozessierte Ersatzprodukte gibt, wie z.B. der „Nussmesan“, der gut als Pastagewürz passt, aber darüber hinaus, finde ich merkwürdig, wenn vegan essende Menschen „Käse“, „Wurst“ und „Burger“ gebrauchen, fixfertig hergestellt von der Nahrungsmittelindustrie…
    Ich möchte möglichst mit Grundnahrungsmittel kochen, es soll ja gesund sein, fein schmecken und wenn möglich mein Budget nicht strapazieren.
    Das ist ein zweiter Punkt in diesem Buch. Ich habe das Gefühl bekommen, dass immer die teuersten Zutaten des Ladens ausgewählt wurden (Kokosblütensirup, 9.80 Franken; Medjool-Datteln, 6.80 Franken für 12 Stücke, exotische Früchte etc.etc.). Ich probiere gerne neue Zutaten aus, im Buch sollte es aber m.E. immer Alternativen zu den teuren Extras geben, vor allem, wenn im Vorwort des Buchs erklärt wird, dass es um unsere Gesundheit und um die unseres Planeten geht. Gerade aus diesem Bewusstsein heraus sollte die Autorin erpicht sein, zu beweisen, dass gesunde Nahrung für jedes Budget möglich ist!

    Alles in allem finde ich das Buch etwas dilettantisch. Die Rezepte sind einfach. Es hätte mir besser gefallen, wenn es ein bisschen mehr „Basics“, mehr Variationen geben würde, dafür brauche ich nicht eine Seite über Tacos, und eine über Quesadilla zu lesen. Das Rezept der selbstgemachten Mayo finde ich spannend, aber warum dann uns in die Länge erklären, wie eine Kartoffel- und eine Nudelsalat vorbereitet wird. Eine letzte Bemerkung: ich war halt nie in Tel Aviv, den ganz gerösteten Blumenkohl bin ich trotzdem begegnet, und zwar in „Simply“, dem Buch von Yotam Ottolenghi.

    Diese Woche habe ich lediglich zwei Gerichte zustande gebracht: der Beerencrumble und die Sushis. Mir war der Beerencrumble zu süss, meine Kinder haben es aber geliebt, Kochlöffel, 3-4 und Schwierigkeitsgrad: einfach. Die Sushis haben wir alle geliebt, die California Rolls sind gar nicht so schwer, herzustellen. Kochlöffel: 4, Schwierigkeitsgrad: einfach.

    Meine Auswahl für die nächste Woche (zusammen mit den Kindern ausgewählt):

    • Beerenmuffins;
      -Apfelkuchen mit Mandeln;
    • Sommerrollen mit Dip.

    Ich wünsche euch allen trotz der bevorstehenden Kälte einen schönen Wochenanfang!

  • Liebe Leserundler,

    Ich freue mich schon sehr aufs Kochen mit Euch diese Woche! Beim Versand Euer Exemplare gab es leider eine kleine Verzögerung, weshalb die Bücher erst jetzt, anfangs Woche, an Euch versendet werden können. Die Exemplare sollten im Lauf dieser Woche bei Euch ankommen. Ich würde deshalb vorschlagen, dass wir den Koch- und offiziellen Leserundenbeginn auf Ende der Woche verlegen - mit neuem Startdatum 20. März.

    Ich hoffe, das passt euch allen 🙂

    Einen schönen Wochenstart,
    Fanny

  • Peter-Langendorf ‘Abschied darf man jederzeit nehmen‘, ist eine Aussage von Aida‘s Mutter: Abschied nehmen dürfen, müssen, können, sollen, wollen … Im Buch ist ‘Abschied’ ein wiederkehrendes Thema, am Schluss ein Abschied vom ‘Frost zwischen mir und der Welt‘.
    Auf dem Tisch in der Wohnung von Aida liegen die Süssspeise und der ausgedruckte Text. Hergestellt und geschrieben von Aida. Daniel wird das vorfinden, wenn er zurück kommt. Wie wird er reagieren?
    Begonnen hat das Buch mit Schweigen - sogar mit Aidas Wunsch, das Schweigen möge andauern. Am Schluss des Buches steht ‘Hoffnung‘ und ‘ein langer Weg‘. Es hat sich etwas verändert - oder entwickelt, vielleicht sogar gwandelt über die 237 Seiten. Und ich finde, es ist nachvollziehbar, zum Teil überraschend. Man hat von ‘Teppich ausbreiten‘ gesprochen, für mich war es eher Fenster oder Türen öffnen. Einblicke in eine berührende Sprachwelt, Ausblicke in eine Kultur und Lebenswelt. Und ich wurde auf einen Weg mitgenommen, der geprägt ist von Angst, Ungerechtigkeit, Unsicherheit und scheinbarem Glück.
    Ich habe grossen Respekt vor einer Person, die schreibt und das Produkt dann aus den Händen gibt. Jeder und jede kann jetzt urteilen, kritisieren, interpretieren, besser wissen, …
    Ich habe Freude am Buch. Ich habe es mit Neugier und Interesse gelesen, habe Denkanstösse erhalten und Neues erfahren. Und immer auch spüre ich Dankbarkeit für Heimat‘ und nicht auf der Flucht sein zu müssen.

    • Alles Gute zum Neuen Jahr. “Das Leben gleiche einer Büchersammlung. Man müsse beides immer wieder neu sortieren und Platz schaffen”. Diese Aussage im Kapitel “Das Alphabet der Hoffnung” passt doch sehr gut zum aktuellen Jahreswechsel.

      • mashi die Schilderung der Eltern-Kind-Beziehung gehört für mich auch mit zum spannendsten des Buches. Sie sprechen nicht über ihre Gefühle (oder nur verklausuliert) und sind sich doch einer tiefen Zuneigung gewiss .. und wissen gleichzeitig, dass Liebe allein nicht ausreicht, das ist wirklich ein starkes Zitat, an das Lovis uns hier erinnert hat! “Ich hatte gedacht, die Beziehung zu den Eltern sei etwas Unzerstörbares. Wie ich meine Eltern im Irak erlebte, machte mir klar, dass die Liebe zu ihnen nicht genügte, um ihr Leben zu teilen” - das hat mich auch umgehauen.
        Ich denke, den Schritt zur Flucht konnten die Schwestern nur zu zweit gehen, da sie ineinander den Halt gefunden haben, den man eigentlich der Eltern-Kind-Bindung erwartet / erhofft / findet - schon in der Schweiz, da waren sie eine Einheit und die Eltern eine Einheit, die Kinder durch Schule etc. ja auch viel integrierter.
        Stefan2020 dass Noshe sterben “muss” kann auch einen erzählerischen Hintergrund haben, damit wir Aida auf sich allein gestellt kennenlernen und lesen können. Mit Noshe wäre es Shahmani vielleicht gar nicht gelungen, nur eine einzelne Hauptfigur zu zeichnen? Wir können ihn auf jeden Fall fragen, wann im Schreibprozess er beschlossen hat, Aida alleine zurück zu lassen!

      • Stefan2020 ..überall schwebt es im Hintergrund, dass der Schwester was zustoßen wird oder sogar sich umbringen wird…irgendwie ist ihr Unfall so richtig banal im Vergleich zu was man bisher gelesen hat…frage mich, ob dies die Realität versus Vorstellung/ Phantasie dienen soll…oder sogar eine Abnabelung , eine Erlösung für beide ?

        • Es ist ein schönes stilistisches Mittel, alles in Sprichworte zu verpacken, bzw. auch dann die Sprache von Sprichworten anzuwenden, wo es keins gibt. Z.B. auf Seite 115 sagt der Vater “Wie ein Steinbock in den Alpen müssen wir ständig klettern, obwohl wir niemals in unsrem Leben einen realen Berg gesehen haben” - das ist so plastisch und bildlich, man weiss genau, was er meint.
          Aber da habe ich jetzt vorgegriffen, entschuldigt bitte! Ich schlage vor, dass wir über die Feiertage eine kleine Diskussionspause einlegen und dann wie geplant am 28. Dezember über die zurückliegenden Kapitel (bis Seite 127) sprechen. Ich hoffe, dann auch wieder mehr von all denjenigen zu hören, die schon länger nichts mehr geschrieben haben, zum Beispiel Ni-Na , Lesetraum_73 esbru RMMarkarian Lieberherr mashi Peter-Langendorf Lovis Stefan2020 Landi Uersu.
          Nun aber erstmal: Frohe Feiertage!
          Herzliche Grüsse
          Julia

          P.S. Danke für all Eure Rückmeldungen bezüglich “Treffen” im Januar. In Absprache mit Usama Al Shahmani haben wir nun festgelegt, dass unser Zoom-Treffen mit ihm am 12. Januar um 20 Uhr stattfinden wird, es ist ihm lieber (wie auch den meisten von Euch). Den Zoom-Link stelle ich dann hier in den Chat, aber erst kurz vor der Veranstaltung (dann muss man nicht lang scrollen und suchen).