Das Dinner hat mich von Beginn an neugierig gemacht, weil die Ausgangslage durchaus Potenzial für einen intensiven Thriller bietet. Doch je weiter ich las, desto stärker merkte ich, wie wenig mich die Geschichte wirklich packte. Die Atmosphäre verlor sie sich immer wieder in exzessiven Szenen rund um Alkohol, Drogen und sexuelle Eskapaden. Diese Themen nahmen so viel Raum ein, dass die eigentliche Spannung in den Hintergrund rückte.
Mit den Figuren wurde ich ebenfalls nicht warm. Ich weiss, unsympathische Charaktere können durchaus ihren Reiz haben – gerade im Psychothriller-Genre – doch hier blieben sie für meinen Geschmack zu flach und zu überzeichnet. Dadurch fiel es mir schwer, irgendeine emotionale Verbindung aufzubauen oder echtes Mitfiebern zu entwickeln.
Ich las das Buch zu Ende, einzig aus dem Wunsch heraus, endlich zu erfahren, wer für die Tat verantwortlich ist. Die Wendung ganz am Schluss empfand ich dann als unnötig.
Für mich ist Das Dinner ein Psychothriller, der zwar Elemente des Genres bedient, aber in seiner Überzeichnung an Wirkung verliert.