Ich bin sehr gut gestartet in diesen Krimi, und schon nach den ersten Seiten ist mir Lüdi mit seiner etwas tollpatschigen Art, aber auch scharfem Verstand, ans Herz gewachsen. Er scheint unzufrieden mit sich selbst zu sein, befindet sich in einer Phase der Selbstfindung und ist von seiner Freundin Lea getrennt.
Eigentlich ein Zustand, der ihn verzweifeln lassen sollte. Doch als die Leiche von Mareike gefunden wird, kann er sich aus den Ermittlungen nicht heraushalten. Er beginnt auf eigene Regie zu ermitteln und findet Indizien, die ihn der Wahrheit immer näherbringen. Heidi hat mit Lüdi einen grossartigen Ermittler erschaffen und lässt ihn auf eine besondere Art lebendig werden.
Eine wirklich gelungene Idee sind die Zeichnungen, die sich immer wieder im Buch finden, ebenso wie die Beschreibungen einiger Dahlienarten, die ich zuvor noch nicht kannte. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen, da ich unbedingt wissen wollte was hier passiert ist, auch weil eine weitere Leiche gefunden wird.
Die vielen Protagonisten im idyllischen Dorf haben alle ihre kleinen Geheimnisse, nichts scheint so wie es ist. Ich hatte grossen Spass, mir meine eigenen Gedanken zu machen, wer der Täter oder die Täterin sein könnte. Heidi baut in ihren Kriminalroman auf jeden Fall Wendungen ein, die mich stellenweise sprachlos zurückgelassen haben. Nach dem Beenden des Buches musste ich erstmal alles sacken lassen.
Wer sich auf einen Regionalkrimi einlassen möchte, mit einer tollen Atmosphäre, überraschenden Wendungen und liebenswerten Charakteren, kommt hier auf seine vollen Kosten.