«Das grosse Handbuch der Drachen» von Emily Hawkins und Jessica Roux ist ein Buch, das man aufschlägt und sofort nicht mehr aus der Hand legen möchte. Schon das Cover mit Goldprägung wirkt wie ein kostbarer Schatz und macht neugierig auf das, was sich darin verbirgt.
Das Buch ist als geheimnisvolles Handbuch aufgebaut, das angeblich auf einem Dachboden gefunden wurde. Verfasst wurde es von Anastasia Wladislaw, der Direktorin der einzigen Drachenreiter-Akademie der Welt. Wer dort aufgenommen werden will, muss dieses Buch genau studieren. Als Leser:in fühlt man sich sofort, als gehöre man selbst zu den dreizehn auserwählten Schülerinnen.
Inhaltlich steckt unglaublich viel in diesem Buch. Es geht um den Körperbau der Drachen, ihre Flügel, ihr Feuer, ihr Verhalten und ihren Lebenszyklus. Man lernt Drachen aus verschiedenen Teilen der Welt kennen, aus Europa, Asien, Afrika oder Amerika. Jeder Abschnitt ist übersichtlich gestaltet und lädt zum Blättern und Nachlesen ein. Besonders schön ist die Mischung aus Fantasie und Sachbuch. Alles ist so logisch erklärt, dass man fast vergisst, dass es Drachen eigentlich gar nicht gibt.
Zwischen den Sachtexten finden sich Briefe und Notizen eines jungen Drachenreiters aus dem Jahr 1898. Diese persönliche Ebene macht das Buch lebendig und gibt ihm eine kleine Geschichte, die immer wieder zum Weiterlesen motiviert. Auch der Schulalltag an der Akademie wird gezeigt, mit Stundenplan, Regeln und kleinen Details, die Kinder gut mit ihrer eigenen Schule vergleichen können.
Die Illustrationen von Jessica Roux sind ein echtes Highlight. Sie sind detailreich, ruhig und voller Atmosphäre. Die eher gedeckten Farben passen perfekt zur geheimnisvollen Stimmung.
Für mich ist dieses Buch ein ganz besonderes Erlebnis. Es ist kein Buch, das man schnell durchliest, sondern eines, zu dem man immer wieder in die Hand nimmt. Ideal für Kinder ab etwa acht Jahren, für Drachenfans und für alle, die Fantasie lieben.