Ich hatte richtig Lust auf etwas Schrilles und Besonderes und genau das habe ich bekommen. Leopold “Larry” Berry ist 17 und bringt eigentlich gar nichts zustande. Er scheitert an den Erwartungen seines Vaters, an sich selbst und gefühlt an allem, was er anfasst. Gerade das macht ihn als Protagonist so glaubwürdig und nahbar. Kein Auserwählter, kein Überflieger, sondern jemand, mit dem man wirklich mitfühlen kann. Als er plötzlich Dinge sieht, die nur in einer alten Fantasy-Serie vorkommen, wird alles noch absurder. Die VHS-Kassetten stammen von seiner verstorbenen Mutter und die Grenze zwischen Realität und Fiktion verschwimmt immer mehr. Irgendwann landet Larry tatsächlich in dieser Parallelwelt und zweifelt komplett an seinem Verstand. Die Geschichte spielt in Los Angeles und Ransom Riggs schafft es erneut, wie schon bei Die Insel der besonderen Kinder, die Umgebung atmosphärisch und eigenwillig wirken zu lassen. Die Story ist schräg, witzig und sonderbar und gerade das hat mich total abgeholt. Besonders gut gefallen hat mir, dass Larry nicht als geheimer Held dargestellt wird. Er strauchelt ständig, tappt im Dunkeln und stolpert durch die Handlung, und genau deshalb begleitet man ihn gerne auf seiner Suche nach Antworten über die Parallelwelt und die mögliche Rolle seiner Mutter. Ich habe das Buch unheimlich gerne gelesen. Das Ende ist sehr offen und es bleiben viele Fragen offen, aber das macht Lust auf mehr. Riggs legt eine starke Grundlage für die Reihe und ich bin sehr gespannt auf die nächsten Bände.