Der Fährmann von Frode Grytten hat mich mehr berührt, als ich gedacht hätte. Wahrscheinlich hätte ich das Buch ohne die Leserunde an der ich teilnehmen durfte, gar nicht gelesen. Umso schöner, dass es mich dann so überrascht hat.
Die Geschichte ist ruhig erzählt, fast ohne grosses Drama. Man begleitet Nils auf seiner letzten Fahrt und begegnet dabei vielen Erinnerungen, Menschen und Momenten. Vieles bleibt offen, aber genau das hat für mich gut gepasst. Das Buch erklärt nicht alles, sondern lässt einen selbst nachdenken.
Besonders gefallen hat mir, wie ehrlich auch die schwierigen Seiten gezeigt werden: Krankheit, Verlust, Schuld und Einsamkeit. Alles wirkt sehr nah und echt, ohne übertrieben zu sein. Es ist kein Buch, das man einfach liest, es bleibt im Kopf und im Gefühl.
Kein leichtes Buch, aber eines, das sich lohnt. Für mich eine sehr berührende und überraschend schöne Lektüre.