New York Christmas Melody von J.D. Summer startet überraschend süss und lässt sich sprachlich angenehm lesen. Der Einstieg macht Hoffnung auf eine gefühlvolle Weihnachtsromance mit Musik-Flair – diese Hoffnung verfliegt bei mir allerdings recht schnell.
Die weibliche Hauptfigur bleibt trotz grossem Fokus erstaunlich farblos und wirkt über weite Strecken unsicher und passiv, obwohl ihre Hintergrundgeschichte eigentlich Reife und Eigenständigkeit erwarten liesse. Der männliche Protagonist wiederum dominiert die Geschichte stark – nicht auf eine charmante, sondern auf eine zunehmend unangenehme Art. Die Dynamik zwischen den beiden fühlt sich für mich nicht ausgewogen an, eher kontrollierend als romantisch.
Was mich zusätzlich gestört hat: viele offene Fragen zur Vergangenheit der Figuren, wenig echte Charakterentwicklung und ein Beziehungsbild, das sich altmodisch und stellenweise problematisch anfühlt. Gegen Ende häufen sich zudem formale Schwächen wie fehlende Wörter, was den Lesefluss weiter trübt.
Unterm Strich: eine Geschichte mit netter Grundidee, die für mich an flachen Figuren, fragwürdiger Romantik und handwerklichen Mängeln scheitert. Weihnachtsstimmung allein reicht hier leider nicht.