All the Scars Between Us wurde ursprünglich 1995 geschrieben und liegt hier in einer Neuauflage vor. Das merkt man der Geschichte deutlich an, nur im positiven Sinne. Es ist ein Buch ohne Handys, ohne moderne Technik, in dem noch klassische Ermittlungsarbeit, Beobachtungsgabe und echtes Bauchgefühl gefragt sind.
Emma flieht gemeinsam mit ihrer kleinen Tochter Gracie vor ihrer Vergangenheit. Ihre Reise führt sie auf die abgelegene Insel Port Flannery, wo sie zunächst alles andere als freundlich empfangen wird. Erst der Polizist Elvis entschärft die Situation und hilft Emma. Mit der Zeit wachsen die Inselbewohner der jungen Mutter und ihrer süssen Tochter so sehr ans Herz, dass sie die beiden am liebsten gar nicht mehr ziehen lassen würden.
Doch nicht alle sind mit Emmas Anwesen auf der Insel einverstanden. Einige Einheimische begegnen ihr weiterhin mit Misstrauen, und auch der Mann, vor dem sie geflohen ist, ist ihr dicht auf den Fersen. Die ständige Angst, entdeckt zu werden, sorgt für eine durchgehende Spannung.
Dies war mein zweites Buch von Susan Andersen, und ihr Schreibstil hat mir erneut gefallen. Die Perspektiven wechseln teilweise innerhalb der Kapitel, bleiben dabei aber immer klar, verständlich und nicht verwirrend. Die Spannung entsteht ganz natürlich durch die Flucht und Emmas Sorge um sich und ihre Tochter.
Ein kleiner Kritikpunkt für mich war die Liebesgeschichte, die sich etwas zu schnell und dadurch ein wenig unrealistisch entwickelt hat. Trotzdem ist All the Scars Between Us insgesamt eine nette, unterhaltsame Geschichte mit Witz, Spannung und Herz.