Marlene ist nach dem Freitod ihres todkranken Mannes völlig niedergeschlagen und möchte sich auch das Leben nehmen. Die Trauerfeier mit ihren Verwandten übersteht sie leidlich, zieht sich zurück in ihr Haus und verkriecht sich in ihrem Chaos. Weil die Dusche nicht mehr geht, ruft sie schliesslich einen Klempner. Der repariert nicht nur die Dusche, sondern wirkt besser als ein Seelenklempner. Schliesslich beginnt sie zu reden, zu erzählen, und nach weiteren Zufällen und Begegnungen – zu viel sei nicht verraten – entschliesst sie sich, die Dosis Pentobarbital, die ihr Mann ihr zuhinterst im Kleiderkasten versteckt hatte, zu entsorgen. Traurig, durch Begegnungen gestärkt, wagt sie sich erneut ins Leben.
Was recht schwermütig beginnt, entwickelt sich – nach schockierenden Erkenntnissen – beinahe zu einem amüsanten Roadmovie. Der Autorin gelingt es, das schwierige und belastende Thema offen anzugehen, das innere Ringen von Marlene aufzuzeigen und mit den Personen, die auftauchen, hilfreiche und stützende Menschen einzubringen, die nicht Ratschläge erteilen, sondern einfach mal zuhören, aushalten und vorwärtsschauen. Ein tröstliches, ermutigendes und humorvolles Buch.