Das lyrische Ich in Passmanns Komplett Gänsehaut bewältigt in vergleichsweise wenig Seiten eine Identitätskrise. Im Prinzip ist der grösste Teil des Buches eine Auflistung von Kritikpunkten an der Gesellschaft, Gleichaltrigen und eigentlich allem, an dem man etwas kritisieren kann (auch und insbesondere sich selbst). Man bekommt den Eindruck, dass das lyrische Ich als Antwort auf die Frage nach Identität und dem Platz in dieser Welt das Kritisieren von einfach absolut allem gewählt hat. Passmann schreibt dabei in einem sehr scharfen Ton und verwendet eine gute Portion Sarkasmus und Ironie. Das macht das Buch auch irgendwie humorvoll.
Insbesondere das positive Ende und Passmanns Beschrieb von Disparitäten haben mir sehr gefallen. Auch habe ich mich im Buch auch wiedererkannt (sowohl positiv als auch negativ). Ich fand den Schreibstil Passmanns am Anfang zwar etwas anstrengend aufgrund der langen Sätze, habe aber später bemerkt, dass der Stil eigentlich sehr gut zum Inhalt passt.
Alles in allem kann ich das Buch allen weiterempfehlen, die gerne sarkastisch aufgeladene Texte lesen und sich dabei den Kopf darüber zerbrechen, wie man richtig lebt.