ASA ist ein beeindruckend umfangreiches Werk von über 700 Seiten, das eine vielschichtige Familiensaga erzählt, deren Wurzeln tief in die Kriegszeit reichen. Für mich war der Einstieg jedoch ausgesprochen schwierig. Die ersten rund 300 Seiten empfand ich als sehr zäh – nicht zuletzt, weil der Schreibstil anspruchsvoll und sprachlich fordernd ist. Es hat lange gedauert, bis ich wirklich in die Geschichte hineingefunden habe.
Der zweite Teil des Buches entfaltet dann jedoch eine bemerkenswerte Tiefe. Die komplexe Familiengeschichte wird sorgfältig, kunstvoll und mit viel psychologischer Präzision aufgebaut. Besonders auffällig ist der Stil des Autors: schonungslos, trocken, abgebrüht, wodurch die dargestellte Gewalt eine eindringliche Wirkung erhält.
Trotz der literarischen Qualität und der starken zweiten Hälfte hat mich das Buch emotional nicht vollständig gepackt. Es ist ein kraftvolles, herausforderndes Werk, das viel bietet, mich persönlich aber nicht durchgehend fesseln konnte.