Maximilian Kaiser ist ein honorierter Literaturprofessor in den besten Jahren. Er ist Mitte 60 und hat ein umtriebiges Leben geführt. Er war immer fleissig, hat viel veröffentlicht, spricht häufig im Radio und ist immer wieder gern gesehener Gast im Fernsehen. Er ist eine anerkannte Koriphäe auf seinem Gebiet und hat außerdem eine besondere Liebe zu Primaten.
Als kleiner Junge hat ihn ein Äffchen getröstet, nachdem seine Mutter bei einem Autounfall ums Leben gekommen war. Diese Affenliebe hat ihn nie mehr losgelassen. Er hat sogar ein Buch über Affen in der Literatur veröffentlich.
Nach einem Vortrag zu diesem Thema erhält er einen Brief - man stelle sich das vor in Zeiten der Digitalisierung! - mit einem Affenfoto, aus dem sich eine wilde Korrespondenz ergibt. Die geheimnisvolle Absenderin wird schnell zur Dame seines Herzens und er stürzt sich wie ein Teenager in eine Verliebtheit, die er seinem Körper gar nicht mehr zugetraut hatte. Zum ersten Mal in seinem Leben vernachlässigt er seine Pflichten und macht sich, liebeskrank wie er ist, komplett zum Affen.
Doch diese affige Liebe löst auch Erinnerungen in ihm aus. Wir lesen von seinen vergangenen Lieben, er war schließlich drei mal verheiratet und von der großen Liebe zu seiner Mutter, die ebenfalls einen Affen besaß. Dadurch nimmt er wieder Kontakt zu seinem Vater auf, der ihm noch ein ganz besonderes Geheimnis verrät.
Wir lesen von echten Affen und Menschen die sich zum Affen machen; von Affenliebe und affiger Liebe. Wir lesen von Obsessionen, von Erotik, von Zweifeln, vom Erinnern und von einer inneren Zerrissenheit und das zum Teil in einem lakonisch-ironischen Ton, der mich immer wieder zum schmunzeln gebracht hat. Das Buch ist auch ein kleines bisschen verrückt. Man darf es mit einem Augenzwinkern lesen und ich empfehle es allen, die eine Brise Humor in einem ernsthaften Roman vertragen können.