Mir hat der historische Aspekt dieses Buchs sehr gut gefallen. Ich wusste nichts über die harten Lebensbedingungen und die extreme Armut im Tessin vor hundert Jahren. Der Autor schildert eindrücklich, was die jungen Männer des Dorfes veranlasste, ihr Glück im fernen, glorifizieren Amerika zu suchen.
„Laut jenen, die drüben gewesen waren, schien Amerika das Schlaraffenland zu sein“.
Es hat mich berührt zu lesen, wie zerrissen und und sehnsüchtig sich die Ausgewanderten in ihrer neuen und alten Heimat gefühlt haben.
„Dass wir es dort (im Val Bavona) schwer gehabt hatten, schien mir jetzt nicht der Rede wert zu sein; es blieb nur die Erinnerung an all das Gute, das uns jeder Tag brachte, und der heiße Wunsch, zurückzukehren.“
Den Schreibstil fand ich nüchtern, schnörkellos und direkt. Die Erzählung springt ohne stilistische Kennzeichen zwischen Zeiten und Orten hin und her, so dass ich stellenweise Mühe hatte, mich in der Geschichte zurechtzufinden.
Insgesamt habe ich das Buch gerne gelesen und finde es eine Bereicherung für mein Wissen zur Schweizer Geschichte.