Der Debütroman von Milan Kundera beinhaltet bereits alles was seine späteren Meisterwerke auszeichnet: Erotik, böser, beissender Humor, Politik und eine Abrechnung mit totalitären Staaten. Hier die Sowjetunion. Ludvik verliert wegen einem Scherz auf der Karte für seine Geliebte alles. Sein Studiumsplatz, seine Zukunft und sein soziales Umfeld. Nach 15 Jahren im sozialen Exil inkl. Bergbau Straflager kehrt er zurück und versucht wieder Teil zu sein. Es misslingt, nicht nur weil die Gesellschaft langsam auseinanderbricht und die Ideologie bereits Mitte 60er Jahre brüchig geworden ist, sonder auch weil er von Eros und Zynismus getrieben ist.
Nur weniger Bücher können so lustig und gleichzeitig so gnadenlos mit einem unmenschlichen Regime abrechnen. Vielleicht ist das der grosse Wurf dieses Romans: Dem unmenschlichen, starren, totalitären und hohlem System stellt der Autor die tiefe des Menschen mit all seinen Fehler und Schönheiten entgegen