Das kleine Buchcafé, Band 3: Für Antonia ist es immer noch ein bisschen unwirklich, dass sie nun das Buchcafé von Lotte im Kapuzinerviertel in München übernehmen wird. Es war ein Riesenschritt, in die bayerische Metropole zu kommen und sich mit einem Geschäft selbstständig zu machen. Sie versucht stets, nirgendwo anzuecken, und ja nicht aufzufallen, aber als Unternehmerin wird sich dies ändern müssen. Nebenan ist eine Riesenbaustelle, die entsprechend Lärm und Unruhe generiert; eine Brauerei soll dort eröffnen. Als der Lärm überhandnimmt, muss Antonia mit dem Inhaber sprechen: Florian, ein gestresster junger Mann, der ihr überraschenderweise bekannt vorkommt…
Erster Eindruck: Das Cover finde ich sehr schön; es passt gut zum Buchtitel.
Dies ist Band 3 der Reihe, kann aber unabhängig von den Vorgängerbänden gelesen werden.
Lotte fällt es nicht leicht, ihr Buchcafé abzugeben, das sie über viele Jahre gehegt und gepflegt hat. Aber sie weiss, dass es an der Zeit ist, denn mit mittlerweile achtzig Jahren macht ihr die Arthrose doch mehr zu schaffen, als sie zugeben will. Sie weiss, dass das Buchcafé in fähige Hände kommt. Antonia hätte nie gedacht, dass sie einst in München ein Geschäft übernehmen würde. Ausgerechnet sie. In München! Aber der Start ist gut geglückt, denn sie konnte in eine 2er-WG einziehen und wurde gleich in den Freundeskreis ihrer Mitbewohnerin aufgenommen. Sie war ihr ganzes Leben lang immer sehr unsicher, was sicherlich auf die schwierigen Erfahrungen in der Schulzeit zurückzuführen sind. Der Jungbrauer Florian steckt viel Elan in die Eröffnung seiner Brauerei, die er mit einem Kollegen zusammen betreiben wird. Es ist alles hektisch und der Tag bräuchte doppelt so viele Stunden. Als Antonia bei ihm vorstellig wird, um sich zu beschweren, meint er, sie von irgendwoher zu kennen. Aber sie verneint…
Es hat mir leidgetan, dass sie während der Schulzeit mehrere Jahre Opfer von Mobbing war. Kein Kind sollte so etwas erleben müssen! Kein Wunder, dass sie Probleme damit hat, anderen Menschen zu vertrauen, nicht zuletzt auch wegen des Seitensprungs ihres Ex-Freundes. Sie scheint nun in München aufzublühen. Das Kapuzinerviertel wurde sehr lebhaft geschildert – schade, dass dieses nur fiktiv ist. Von mir gibt es 4 Sterne.