Ein beeindruckendes Buch, das mit wenigen Seiten und knapper Sprache ganz viel aussagt. Melara Mvogdobo zeigt dir, worauf sie hinauswill, überlässt das Nachdenken und Zusammensetzen dann aber dir. Immer wieder passierte es mir, dass ich nicht ganz sicher war, bei welcher Grossmutter ich mich gerade befinde. Und genau das ist das geniale daran. Obwohl die beiden Frauen auf verschiedenen Kontinenten aufwachsen, sind sie gezwungen, sich mit denselben Problemen und Ungerechtigkeiten herumzuschlagen. Die Autorin spielt mit diesen Umständen und zeigt so neben den Geschichten zweier starker Frauen auch noch die Wichtigkeit von Intersektionalem Feminismus auf. Ausserdem behandelt sie in ihrem Text transgenerationale Traumata, wie und ob man die Fehler der eigenen Eltern vermeiden kann und wie viel Kraft es braucht, das eigene Schicksal in die Hand zu nehmen. Und das alles in 128 Seiten. Chapeau!