Der Wod, ein altdeutscher Kriegsgott, übernimmt in dieser Familiengeschichte die Rolle des Grauens, des Albtraums – und er tritt nicht selten auf. Durch Heirat kommt es zur Zeit des 2. Weltkrieges zur Vermischung einer norddeutschen und einer schweizerischen Familie. Der Roman umfasst fünf Generationen und beinahe eine Periode von hundert Jahren. In Der Atmosphäre von Nazitum, Freimaurerei, Katholizismus, Krieg und Kriegsgewinnlern herrscht eine eigenartige Spannung. Silvia Tschui gestaltet die Charaktere unglaublich differenziert, ohne dabei zu werten. Es liegt am Leser , sich von den verschiedenen Personen angezogen beziehungsweise abgestossen zu fühlen, und weil diese Charaktere nicht einfach schwarz/weiss sind, pendelt man nicht selten zwischen den Seiten. Die Sprache ist sowohl mit norddeutschen als auch schweizerischen Dialektismen durchsetzt und bewusst etwas knorrig gehalten, was zu aufmerksamem Lesen zwingt. Tipp: unbedingt lesen.