„Salammbô“ spielt nach dem Ersten Punischen Krieg (264–241 v. Chr.) und schildert die Belagerung Karthagos durch jene Söldner, denen der Lohn für ihren Einsatz gegen Rom verweigert wurde. Parallel dazu entfaltet sich die obsessive Liebe des Söldnerführers Matho zu Salammbô, der Tochter Hamilkar Barkas’.
Flauberts Prosa liest sich wie ein objektiver Ereignisbericht – eine unerbittliche Abfolge sich steigernder Gewaltexzesse. Vom ausser Kontrolle geratenen Gelage zu Beginn bis zum finalen Lynchmord: Blutige Schlachten, Kriegselefanten, frühe biologische Kriegsführung, Opferrituale und Kannibalismus machen das Werk zu einer erschreckenden, aber fesselnden Lektüre. Ein Meilenstein des historischen Realismus, der die Grausamkeit der Antike fast physisch spürbar macht.
Als akustisches Fundament diente mir das Album «Ethic of Radical Finitude» von Downfall of Gaia im Loop. In ihrer rohen Intensität geht diese Musik eine perfekte Symbiose mit Flauberts bildgewaltigem Grauen ein – nichts für schwache Nerven.