Genauso wenig wie die Figuren sich Raf entziehen konnten, konnte ich mich dem Buch entziehen. Die Geschichte wird aus drei Blickwinkeln erzählt, derjenigen von Moritz, von Marie und von Johanna. In Kombination mit den Zeitsprüngen ergab sich so mehr und mehr ein Gesamtbild der Beziehungen und Ereignisse.
Raffael bekommt keine eigene Stimme. Wir lernen ihn ausschliesslich durch die Wahrnehmung der drei anderen Figuren kennen. Ich hätte es spannend gefunden zu erfahren, wie er sein Handeln und seine Motivation beurteilt, bzw. wie die anderen auf ihn wirken.
Interessanterweise war mir keine der Figuren richtig sympathisch: Raf mit seiner manipulativen, hinterhältigen Art ging mir gehörig auf die Nerven. Marie und Motz hingegen hätte ich ihrer Passivität gerne ordentlich durchgeschüttelt.
Die Stimmen von Julia Preuß, Anja Lehmann und Frederic Böhle sind toll gewählt und passen perfekt zu den jeweiligen Figuren.
Der Schreibstil von Mareike Fallwickel gefällt mir mega gut. Er ist präzise, ungeschönt und sehr direkt.
Es war mein erstes Buch der Autorin, aber bestimmt nicht das Letzte.