The Drive-In: Triologie
Drive-In I – Ein B-Movie aus Blut und Popcorn made in Texas
Jack und seine Freunde suchen im «Orbit», dem gigantischsten Autokino von Texas, das ultimative Horror-Erlebnis. Doch die Fiktion wird zur Falle: Ein roter Komet isoliert das Areal von der Aussenwelt; jeder Fluchtversuch endet im ätzenden Nichts einer unüberwindbaren Barriere. Während die Vorräte schwinden, zerbröckelt die Zivilisation. Was folgt, ist kollektive Hysterie, bizarre Sektenbildung und Kannibalismus. In diesem Wahnsinn Menschlichkeit zu bewahren, wird zur heroischen Last. Dann, ebenso abrupt wie er erschien, zerreisst der Komet die Barriere – wie ein brutaler Levelwechsel im Videospiel.
Vibe: Eine makabre, blutgetränkte Version der Truman Show.
Drive-In II – Keins dieser üblichen Sequels
Die zweite Kometenerscheinung eröffnet das nächste Level: Ein endloser, von Wäldern gesäumter Highway. Hier fristen die Überlebenden ein Dasein in selbstzerstörerischer Anarchie. Auf der Suche nach Antworten führt jede Route Jacks Gruppe in einer verzweifelten Schleife zurück zum «Orbit» – das nun von einem blutrünstigen Fanatiker besetzt ist.
Vibe: Ein mörderischer Spätwestern, in dem die Siedler im Planwagen von Gesetzlosen und dem nackten Grauen gejagt werden.
Drive-In III – Die Bus-Tour
Das vermeintlich «gelobte Land» entpuppt sich als Gefängnis der totalen Stagnation. Im rostigen Schulbus wagen sie den Ausbruch, werden jedoch in einen Süsswasserozean gespült und schliesslich von einem gottgleichen, kybernetischen Riesenwels verschlungen. Der Kampf um Freiheit führt durch die Kloaken der Bestie – nur um im «Himmel» zu erkennen: Nichts ist, wie es scheint.
Vibe: Eine groteske Urfassung von Matrix und The LEGO Movie – nur ungleich erschreckender.
Fazit
Joe R. Lansdale liefert hier keine blosse Horrorgeschichte ab. Diese wahnsinnige Trilogie ist eine philosophische Destillation des Lebens auf seine pure, oft grausame Essenz. Dreckig, visionär und absolut kompromisslos.
Soundtrack-Empfehlung: Tiger Army – „II: Power of Moonlite“
Als idealer Begleiter für diesen texanischen Fiebertraum dient das Album «II: Power of Moonlite» von Tiger Army. Besonders der Song «In the Orchard» scheint die bittere Ernte aus dem menschlichen Wahnsinn anzukündigen, so wie der rote Kometenschweif den zivilisatorischen Niedergang einläutete. Die staubigen Psychobilly-Riffs fangen die aussichtslose Trauerschleife der Protagonisten perfekt ein.