- Bearbeitet
Inhalt vgl. Cover
Aufgrund des Titels, des Covers und der Inhalts-Beschreibung hatte ich ein Buch über Gemeinsamkeiten/Unterschiede, Auseinandersetzungen und beziehungsrelevante Themen Marx und Darwin betreffend, erwartet. Dem war nicht so. Bis zur Hälfte war ausschliesslich Darwin das Thema, seine Forschungsarbeiten, die Beziehung zu seiner Frau, zu Gott und seine Gesundheit sowie die Diskussionen mit seinem Arzt. Von Marx war wenig die Rede und ein nicht geplantes, überraschendes Treffen der beiden gab es nur ein einziges Mal. So empfinde ich Marx in diesem Buch eher als Nebendarsteller.
Das Buch ist nebst den interessanten Ansätzen aus den Forschungsarbeiten (ohne weitere Vertiefung) gewürzt mit amüsanten Beschreibungen von Alltagssituationen, Meinungen von Darwin über sich und andere. Beispiel:
Aus der Entscheidungsliste des Hausarztes von Darwin zum Thema “heiraten/nicht heiraten”: Doch Kopf hoch, mein Junge! Es gibt viele glückliche Sklaven.
Ein Revolutionär, dem man gemeinsam auf die Pelle rücken, ja den man geistig auf die Pelle rücken, ja, den man geistig einen Kopf kürzer machen könnte!
Die abgehenden Winde hätten auch dann das gleiche Odeur, wenn er das pissige englische Bier nicht trinke.
Nur zum British Museum in den Lesesaal zu gehen und stundenlang zu sitzen, das erlaubten ihm die hinteren Verhältnisse noch nicht, denn die Hämorrhoiden attackierten ihn mehr als alle preussischen Spione.
Der ganze Raum (mehrgängiges Essen anlässlich der einzigen Begegnung von Marx und Darwin im Hause von Darwin) schien ihm voller Fettnäpfchen oder Reagenzgläschen mit explosiven Flüssigkeiten.
Aussagen zum Nachdenken:
“Darwins Naturwissenschaft hat Gott getötet. Marx’ Gesellschaftswissenschaft hat den Kapitalismus getötet.”
“So fügen sich Evolution und Kommunismus zur standfesten Basis für eine Gesellschaft ohne Sklaven und ohne Unterdrückung.”
“Dass seine Seele vertrocknet war? Emma, meine Liebe, hatte er geflüstert, ich bin, ausser in der Wissenschaft, längst ein welkes Blatt.”