Als überzeugter Fan der Reihe um den Commissaire Luc Verlain musste ich unbedingt den ersten Band der neuen Reihe lesen. Ich wurde nicht enttäuscht.
Zunächst bin ich irritiert, denn das Buch beginnt nicht mit einem Prolog sondern mit einer Tofesanzeige! Die neue Hauptfigur Lépn de Cavallier ist tot. Bitte? Bevor es überhaupt begonnen hat?
Der Ortswechsel führt die Leser nach Nizza, wo ein höchst ungewöhnlicher Commissaire divisionnaire ermittelt. Von Haus müsste der adelige Léon de Cavallier gar nicht arbeiten, denn seine Familie verfügt über sehr grossen Reichtum. Als Protagonist bereitet Lépn mir als Leserin erst mal etwas Mühe. Der Mann ist ein solcher Snob, dass er unausstehlich erscheint. Dann bekommt er eine neue Partnerin in der Brigade criminelle an die Seite gestellt. Eine Frau. Dunkel pigmentierte Haut. Die aus den berüchtigten Banlieus in Paris stammt. Da prallen Welten aufeinander und sprühen dementsprechend die Funken. Denn Commissaire Nadia Bentaleb scheut keine Konfrontation.
Die beiden Commissaires sind gezwungen, sich in dem Mord an einer jungen Fau zusammenzuraufen, deren Leiche in Nizza an einem sehr exklusiven Strandabschnitt angespült wird.
Auch hier versteht es der Autor, das Lokalkolorit brillant zu schildern. Es wird sehr spannend, auch wenn die Szenen zwischen Léon und Nadia manchmal etwas ablenken. Allmählich ahne ich, dass die Figur des Léon sehr viel mehr Tiefe in sich trägt, als es der erste Anschein zeigt. Und auch Nadia ist sehr vielschichtig und hütet ein Geheimnis. Als Leserin werde ich zum page turner, weil ich wissen will, wie es zwischen den beiden Ermittlern weitergeht und wer die junge Frau auf dem Gewissen hat, die noch ihr ganzes Leben vor sich gehabt hätte. Und was hat es mit der Todesanzeige auf sich??
Der Fall wird tatsächlich aufgeklärt - und dennoch endet das Buch mit einem ausgewachsenen Cliffhanger! Jetzt ist Geduld gefragt bis der nächste Band im Frühjahr erscheinen wird. Der Beginn ist in jedem Fall prickelnd wie Champagner. Und Alexander Oetker hat uns am Köder.