Im Mittelpunkt steht die junge Ermittlerin Helga Jónsdóttir, die gleich zu Beginn ihrer Laufbahn mit einem besonders grausamen Verbrechen konfrontiert wird: Eine Frau wird ermordet aufgefunden, ihr zehnjähriger Sohn ist spurlos verschwunden. Während Helga vermutet, dass sich der Junge vor seinem gewalttätigen Vater in den unwirtlichen Vulkanlandschaften Islands versteckt hält, entwickelt sich die Suche zu einem Wettlauf gegen die Zeit. Unterstützung erhält sie von Bjarki, einem exzellenten Kenner der isländischen Wildnis. Gemeinsam geraten sie einem Serienmörder auf die Spur, dessen Taten ebenso präzise geplant wie erschreckend skrupellos sind.
Besonders überzeugend ist die eindrucksvolle Kulisse Islands. Die karge Landschaft ist weit mehr als nur Schauplatz – sie wird zu einem eigenständigen Element der Handlung und verstärkt die düstere, bedrohliche Atmosphäre des Romans.
Der Schreibstil ist flüssig, bildhaft und temporeich. Wechselnde Perspektiven sowie geschickt gesetzte Wendungen sorgen dafür, dass die Handlung kaum an Dynamik verliert. Trotz des Umfangs von 480 Seiten entstehen kaum Längen, da sich Spannung, Charakterentwicklung und Ermittlungsarbeit ausgewogen ergänzen. Wer skandinavische Spannungsliteratur mit komplexen Ermittlern, intelligent konstruierten Fällen und einer aussergewöhnlichen Atmosphäre schätzt, wird an diesem Roman viel Freude haben.
Fazit: Ein spannender und atmosphärischer Thriller, der mit einer starken Ermittlerin, einem raffiniert konstruierten Fall und der faszinierenden Kulisse Islands überzeugt. Ein vielversprechender Auftakt, der Lust auf weitere Fälle von Helga und Bjarki macht.