Mr. Fox ist ein Buch, das mich unentschlossen aber auch nachdenklich zurückgelassen hat. Stellenweise etwas langweilig und repetitiv, dann wieder höchst spannend, erzählt Joyce Carol Oates die schockierende Geschichte eines Pädophilen.
Der charismatische Lehrer Mr. Fox kommt neu an eine Privatschule und gewinnt schnell alle für sich. Doch hinter seiner Fassade verbirgt sich eine manipulative Persönlichkeit. Die Autorin schreibt düster und fesselnd. Der Einblick in die Gedanken des Lehrers ist interessant und widerlich zugleich. Er verdreht die Wahrheit und manipuliert sein Umgebung meisterhaft. Durch den Wechsel zu den Perspektiven der Betroffenen wird schmerzhaft klar, wie seine Masche funktioniert. Gleichzeitig zeichnet Oates ein starkes Bild der Gesellschaft und der sozialen Unterschiede in der Kleinstadt.
Die Themen Missbrauch, Mobbing und familiäre Vernachlässigung sind nicht ganz einfach verdaulich. Oates wählt dafür sehr bildhafte fast brutale Worte, die definitiv schockieren. Das Buch löst viele negative Emotionen aus.
Die verschachtelte Erzählweise ist geschickt gewählt und packt einen von der ersten Seite an. Da die Geschichte jedoch aus verschiedenen Blickwinkeln und auf wechselnden Zeitebenen erzählt wird, wirkt sie an manchen Stellen wiederholend und doch werden am Ende nicht alle Fragen beantwortet.
Aufgrund der intensiven und schonungslosen Darstellung ist das Buch eine emotionale Herausforderung.
Ein psychologisch tiefgründiges Werk, das einen zutiefst aufwühlt und erschüttert zurücklässt. Kein leichtes Buch, aber dennoch spannend.