“Meine Berge bist du” hat mich tief berührt. Ich habe beim Lesen mehr als einmal geweint, trotzdem blieb für mich nach der letzten Seite vor allem ein Gefühl von Hoffnung.
Besonders gefallen hat mir die Erzählweise in Form von Briefen. Dieses Stilmittel wirkt auf den ersten Blick eher ruhig, doch Francesco Vidotto nutzt es so, dass mit jedem Brief neue Fragen entstehen. Vor allem wollte ich wissen, wer diese Briefe schreibt und warum sie ausgerechnet an die Berge gerichtet sind. Die Berge stehen für etwas, das bleibt, während das Leben der Menschen von Veränderungen und Zeit geprägt ist. Dadurch bekommen die Briefe eine besondere Wirkung.
Ein weiteres Element, das mir gefallen hat, ist die Art, wie die Beziehung der beiden Hauptfiguren erzählt wird. Als Leserin hatte ich früh das Gefühl, dass zwischen ihnen mehr steckt, doch die Gewissheit kommt erst am Ende. Diese langsame Entwicklung hat mich bis zur letzten Seite weiterlesen lassen.
Für mich erzählt “Meine Berge bist du” vor allem von verpassten Chancen. Das Buch zeigt, dass ein Weg, den wir nicht gegangen sind, nicht bedeutet, dass wir kein erfülltes Leben führen können. Manchmal hält das Leben zu einem späteren Zeitpunkt etwas für uns bereit, womit wir nicht gerechnet haben. Dieser Gedanke ist mir besonders in Erinnerung geblieben und macht das Buch für mich zu einer Geschichte, über die ich noch lange nachdenken werde.