Nachdem das Buch auf Instagram so gehypt wurde, war meine Neugier natürlich geweckt. Gleichzeitig war ich aber auch skeptisch – vor allem, weil es direkt aus dem Amerikanischen übersetzt wurde und eben genau zu den Büchern gehört, die auf Social Media gefühlt überall auftauchen.
Nach den ersten Kapiteln war meine Skepsis jedoch schnell verflogen. Das Buch hat mich überraschenderweise gepackt und ich wollte immer weiterlesen. Besonders die Hauptfigur Natalie hat mich in ihren Bann gezogen. Eigentlich ist sie nicht besonders sympathisch: Ihr ständiges Genörgel und ihre teilweise grenzwertigen Kommentare und Lästereien müssten mich eher abschrecken. Stattdessen fand ich sie faszinierend und irgendwie sehr unterhaltsam.
Ob es tatsächlich Influencerinnen gibt, die so denken wie Natalie? Wahrscheinlich nicht. Was es aber durchaus gibt, sind Accounts, die genau dieses traditionelle, perfekt inszenierte Leben vermitteln, das auch im Buch eine grosse Rolle spielt. Was hinter dieser Fassade wirklich steckt, bleibt oft unklar – und genau das macht die Geschichte so spannend.
So oder so ist Yesteryear ein unterhaltsames Buch, das zum Nachdenken anregt und aufzeigt, wie schockierend, künstlich und anstrengend die Welt der Influencer sein kann. Für mich hatte die Geschichte deutlich mehr zu bieten, als der Instagram-Hype zunächst vermuten liess…