Der 7.Band aus der Reihe beginnt wie gewohnt mit der Übergabe eines Kästchens, das einer weggegebener Tochter den Weg zu ihrer Mutter weisen soll. Ich mag das. Es ist ein wenig wie “Es war einmal” . Und doch ist dieses Mal einiges anders und dennoch vertraut. Hier führt die Suche nicht in ein fremdes Land, sondern bringt Charlotte zurück in ihre Heimatstadt Oslo. Das Kästchen hat ihre Urgroßmutter Amalie damals in London zurückgelassen.
Charlotte und ihre Großmutter versuchen nun das Geheimnis , das damit verbunden ist, zu lüften. Sie besuchen Amalie, deren Geschichte in Rückblenden erzählt wird. Es geht um eine große Liebe, die sie aus heiterem Himmel trifft und ihr Leben und ihre Zukunftspläne komplett auf den Kopf stellt. Gerade als sich eine Lösung abzeichnet, schlägt das Schicksal grausam zu und hat am Ende doch ein Einsehen und gibt der Liebe eine zweite Chance, wenn auch anders als erwartet , aber nicht weniger innig und berührend.
Diesen Teil des Romans , der in der Vergangenheit spielt , fand ich besonders fesselnd. Er erzählt von großen Gefühlen, die nicht immer mit den Vorstellungen von damals im Einklang sind.
Da die Vergangenheit auch die Gegenwart beeinflusst, ändern sich auch die Lebenswege der Suchenden. Charlotte musste in der Vergangenheit schmerzhafte Abschiede erfahren und lernt durch Amalies Geschichte, sich mit der Vergangenheit auszusöhnen und ihr Glück zu finden und auch annehmen .
Das liest sich spannend und unterhaltsam, weil die Zeitebenen immer wieder wechseln . Sowohl Amalie als auch Charlotte sind starke Persönlichkeiten, die bereit sind, zu verzeihen und nach vorne zu blicken. Ein sehr schönes Stilelement waren für mich die romantischen Beschreibungen der norwegischen Fjordlandschaft, die Sehnsucht wecken und die lebendigen Eindrücke von Oslo, die Lust auf eine Reise dorthin machen.