„Don’t Let Her Stay“ von Nicola Sanders hat mich komplett überrascht – im besten Sinne. Nach eher gemischten Erfahrungen mit ähnlichen Psychothrillern habe ich nicht erwartet, dass mich diese Geschichte so schnell so stark packt, aber genau das ist passiert.
Die Spannung baut sich von der ersten Seite an konsequent auf und lässt kaum nach. Besonders gut gelungen ist die klaustrophobische, unangenehme Grundstimmung im Haus, die sich immer weiter zuspitzt. Man merkt schnell, dass hier nichts so ist, wie es scheint – und genau dieses permanente Misstrauen trägt das ganze Buch.
Die Figurenkonstellation ist das eigentliche Highlight: Zwischenmenschliche Spannungen, unterschwellige Aggressionen und psychologische Manipulation greifen perfekt ineinander. Dadurch entsteht ein Sog, der es schwer macht, das Buch wegzulegen.
Auch der Schreibstil ist sehr flüssig und direkt, ohne unnötige Umwege, was die Intensität zusätzlich verstärkt. Die Wendungen kommen nicht nur überraschend, sondern wirken insgesamt auch gut eingebettet in die Geschichte.
Insgesamt ein extrem fesselnder Psychothriller, der genau das liefert, was man sich von diesem Genre erhofft – und für mich ein klarer Volltreffer.