Inhalt siehe Artikelbeschreibung
Das grosse Thema dieses Buches ist die Herkunft eines Menschen. Wie tief das eingreift, wird einem am Ende des Romans besonders bewusst und man wird auch vor wichtige Fragen gestellt. Mehr dazu zu schreiben würde aber zu viel Inhalt aufdecken.
In den fünfzehn Kapiteln lernt man die Personen der Familie Burkhart kennen – Vater, Mutter, die beiden Söhne Thomas und Philipp, sowie die Tochter Silvia, dies in ihren sehr unterschiedlichen Wesensarten und den Konflikten, die sich einerseits daraus und andererseits aus der Einbindung in die Geschäfte, welche die Söhne vom Vater übernommen haben, ergeben. Der Journalist Steiner geht der Geschichte des “Patriarchen” und Industriellen Paul Burkhart auf den Grund, speziell den Ereignissen rund um den Unfall vor vielen Jahren – da waren Nachkommen noch Kinder.
Die einzelnen Geschichten sind nicht alle in einem Zusammenhang miteinander. Die Geschichte ist weder speziell spannend noch unterhaltsam zu lesen, aber nicht schwierig und mühsam.
Am besten hat mir an diesem Buch die Sprache gefallen. In den jeweiligen Kapiteln ist jeweils eine Person im Fokus, die spricht oder “denkt”, in einer Sprache, die immer sehr gut auf die Person, die im jeweiligen Kapitel betrachtet wird, angepasst war.
- (Philipp) Warme Jahreszeiten waren für ihn immer mit ästhetischem Ungemach wegen der spärlichen Kleidung beziehungsweise der unweigerlich dargebotenen üppigen Haut unvorteilhaft beleibter Menschen verbunden. Er empfand dies als Cauchemar, es gehörte aber zum Theater.
- (Maria, das Dienstmädchen von Paul und Inge Burkhart) Sie* hatte offenbar gelernt zu streiten, etwas, das sie früher nie gemacht hatte, da ging sie jeder Auseinandersetzung aus dem Weg, verkroch sich in ihrem Winkel und wartete, bis sich die Aufregung gelegt hatte. Das war später nicht mehr so. Wenn dann die Familie zusammensass und sich über Politik unterhielt, wurde es immer sehr hitzig. Das war dann wie in diesen Brüllsendungen, die Sergio manchmal schaut, wenn ich schon am Einschlafen bin. Auf der einen Seite Silvia und ihr Vater, auf der anderen Thomas und Philipp und in der Mitte die Mutter.
* Silvia