Minus 22 Grad von Quentin Peck bietet eine düstere Atmosphäre und einen spannenden Einstieg, der sofort neugierig macht. Die eisige Kulisse sorgt für ein beklemmendes Setting und trägt dazu bei, dass sich die Geschichte über weite Strecken spannend liest. Besonders die Grundidee des Thrillers hat mir gefallen und versprach einen fesselnden Plot.
Leider konnte das Buch die hohen Erwartungen nicht durchgehend erfüllen. Zwar gibt es einige überraschende Wendungen und spannende Momente, doch die Handlung zieht sich stellenweise in die Länge. Manche Szenen wirken wiederholend und hätten straffer erzählt werden können. Dadurch ging für mich zwischendurch etwas von der Spannung verloren.
Auch die Figuren konnten mich nicht vollständig überzeugen. Während einige Charaktere interessant angelegt sind, blieben andere eher blass und entwickelten sich im Verlauf der Geschichte kaum weiter. Dadurch fiel es mir schwer, eine echte emotionale Bindung aufzubauen.
Der Schreibstil ist angenehm und leicht zu lesen, sodass man trotz kleinerer Schwächen gut durch die Geschichte kommt. Vor allem Fans von Thrillern mit winterlicher Atmosphäre und geheimnisvollen Ermittlungen dürften auf ihre Kosten kommen.
Insgesamt ist Minus 22 Grad ein solides Buch mit einer starken Ausgangsidee und einigen packenden Szenen, das aber nicht sein gesamtes Potenzial ausschöpft. Wer spannende Thriller für zwischendurch sucht, wird gut unterhalten, sollte jedoch keine außergewöhnlich tiefgründige oder besonders überraschende Geschichte erwarten.