…wegen dem Ende und dem emotionalen Verrat. Ich war einfach so enttäuscht von der Wahrheit über eine Figur, dass es mir den Magen umdrehte.
Aber von vorn. Dieses Buch ist ein wirklich sehr guter Psychothriller mit vielen Plot Twists.
Ich verdächtigte nicht in jedem Kapitel eine neue Person. Es hatten von Randfiguren und Hauptfiguren alle ein Motiv, waren jedoch auch alle aalglatt.
Wir erfahren schnell, dass etwas mit dem psychischen Zustand von Madeline, der Hauptfigur, aufgrund früherer Ereignisse nicht stimmt. Ein Wechsel zwischen ´´bildet sie sich das ein oder geschieht es wirklich´´, da sie doch extremst normal, jedoch ängstlich wirkt. Im Umgang mit ihrer pubertierenden Tochter und ihrem Ehemann, dieses völlig normale Leben, kamen ein paar auflockernde Situationen, bevor es dann zur Sache ging.
Ich konnte durchgängig mit den Figuren mitfühlen. Ich konnte die Emotionen und Reaktionen, Frustration und Wut, nachempfinden. Das lag an dem sehr guten Schreibstil der Autorin. Dieser ist flüssig und sinnvoll. Ich hatte nie das Gefühl, dass etwas langweilig erzählt wurde. Die Kapitel haben eine gute Länge. Auch die Länge des Buches an sich (ca. 400 Seiten) ist absolut perfekt für mich.
Die Geschichte ist zeitlich stimmig, intensiv und durch Wendungen und Enthüllungen spannend gestaltet. Immer wenn ich dachte, jetzt kann es nicht mehr schlimmer kommen…haha von wegen. Der nächste Knaller wurde enthüllt. So ging es von Kapitel zu Kapitel, bei welchen zwischen Gegenwart und notwendiger Vergangenheit gewechselt wurde. Zwischendrin gibt es noch Gedankenkapitel von…ja von wem? Das verrate ich nicht. Sie sind aber eine sehr gute Ergänzung und am Ende macht einfach alles Sinn.
Ich war gebannt von diesem Buch. Und es ist so gut geschrieben, dass es auch zu denen gehört, welche ich nicht weglegen will, aber muss, um über gewisse Konstellationen nachzudenken, um besser verstehen zu können, um die Spannung noch greifbarer für mich zu machen. Da ist es wieder, mein Gedankenkarussel. Damit ich am Ende emotional völlig zerstört werde. Ja das schaffen sehr gute Psychothriller wie dieser bei mir.
Der Gewaltanteil ist im Vergleich zu anderen Büchern gering, aber vorhanden.
Ich finde das Ende einfach traurig und es hat mich emotional gebrochen. Auch wenn es einen kleinen Cliffhanger gibt, ist das Buch für mich abgeschlossen. Ein typisches Psychoende.
Ich verrate nicht, welche Figur mich gebrochen hat, aber leider ahnte ich es bereits ab der Hälfte des Buches. Die Hoffnung starb dann aber doch zuletzt.
Das Buch wandert auf den «Nochmal Lesen»-Stapel. Bei einer zweiten Runde werden einzelne Konflikte neu gesehen und völlig anders beurteilt. Ausserdem hoffe ich eine kleine unstimmige Stelle dann besser zu verstehen (ist aber nicht weiter tragisch).