Mein Leseeindruck, subjektiv, aber spoilerfrei đ
Das Print ist von der Gestaltung her ein wirklicher Hingucker und auch der Klappentext klingt vielversprechend. FĂŒr eine gemeinsame Leserunde habe ich mich dann fĂŒr das kostengĂŒnstige Vorab- Ebook entschieden, im Nachhinein eine weise Entscheidung đ
Ăbrigens hatte ich vor, zwischendurch zur Hörbuchversion zu greifen, bin jedoch so schlecht in die Geschichte hineingekommen, dass ich wieder auf das Ebook umgestiegen bin, hierzu aber spĂ€terâŠ.
Der Schreibstil ist nichts Besonderes, einfach gehalten, eher sachlich, zwar beschreibend, trotzdem hatte ich wenig bis keine Bilder im Kopf, auch fehlte mir die AtmosphĂ€re. Die Kapitel sind kurz und knackig, so dass sich das Buch grundsĂ€tzlich schnell und flĂŒssig lesen lĂ€sst. ErzĂ€hlt wird ĂŒbrigens aus drei Perspektiven( Henrike, Samuel, Juri) im personalen Stil, am Anfang des Kapitel steht der jeweilige Namen. ZusĂ€tzlich gibt es eine Nebenstory, die 1995 spielt.
Zwar wird aus â nurâ drei Sichten erzĂ€hlt, dennoch tummeln sich zu Beginn acht Personen ( wie auf dem Klappentext erwĂ€hnt zwei Familien) in der Geschichte, im weiteren Verlauf kommen noch Weitere dazu, die ich aber aus SpoilergrĂŒnden nicht nennen möchte. Ich benötigte recht lange um die Figuren einzuordnen, weshalb sich die Hörbuchvariante als herausfordernd gestaltete. Die Charakterausarbeitung empfand ich als eher oberflĂ€chlich, klischeebehaftet und die Personen waren mir weder sympathisch noch werden sie mir in Erinnerung bleiben. FĂŒr mich jedoch bei einem Thriller kein Problem, wenn mich die Geschichte packen kann.
Allerdings plĂ€tschert die Handlung, wenn man dann ĂŒberhaupt davon sprechen kann nur so vor sich hin, bis es ca. in der HĂ€lfte des Buches endlich zu einer Leiche kommt⊠jedoch gibt es zuerst einmal einen Cut,, die Spannung wird abgebremst und wir reisen ins Jahr 1995. Ich muss zwar gestehen, dass ich diesen ErzĂ€hlstrang ganz interessant fand, vor allem, weil ich am rĂ€tseln war, wie er wohl mit der Gegenwart zusammenhĂ€ngt. So viel sei verraten, ich hatte eine gewisse Vermutung, welche sich spĂ€ter als richtig herausstellte. Obwohl es es also in der Jetzt- Zeit zu einem Mord gekommen ist, fehlte mir persönlich diese Sogwirkung, wer könnte der TĂ€ter sein, Vermutungen, falsche FĂ€hrten legen usw. Ebenfalls verhielten sich die Charaktere doch sehr emotionslos, ja die Tat rĂŒckte zwischendurch fast schon ein bisschen in den Hintergrund. Auf den letzten ca.80 Seiten zieht der Autor dann alle Register und es folgen rasante, ĂŒberfrachtete, unglaubwĂŒrdige, sehr konstruierte Auflösungen und Wendungen.
FĂŒr Menschen, die eher selten Thriller lesen, ist dieses Buch sicher eine spannende, kurzweilige LektĂŒre, mich konnte es leider nicht von sich ĂŒberzeugen und ich wĂŒrde es auch nicht diesem Genre zuordnen.
3 Sterne