Das Buch hat grundsätzlich einen guten Ansatz und behandelt Themen, die in unserer Gesellschaft noch nicht ausreichend verankert sind. Es geht um Queerness, lesbische Paare, offene Beziehungen, Transpersonen und die Sehnsucht nach mehr als „nur“ dem Gewöhnlichen. Leider konnte mich das Buch dennoch nicht überzeugen.
Die Protagonistin ist egozentrisch, negativ und kann andere Lebensweisen kaum akzeptieren – obwohl sie selbst einer Minderheit angehört (homosexuell). Ich finde es schade, dass man, gerade wenn man selbst einer Minderheit angehört, scheinbar alles andere schlechtreden muss. Für mich wirkte die Protagonistin dabei oft eher wie ein trotziges sechsjähriges Mädchen, das mit anderen Meinungen und Lebensentwürfen nicht umgehen kann. Dadurch fiel es mir schwer, Verständnis für sie zu entwickeln oder eine Verbindung zu ihr aufzubauen.
Der Schreibstil ist etwas völlig anderes als das, was ich bisher gelesen habe. Mich hat er nicht überzeugt. Es gibt nur wenig Kommunikation zwischen den Figuren; stattdessen stehen Gedanken und Sehnsüchte im Vordergrund. Leider war auch der Satzbau teilweise schwierig, und es wurde oft abrupt zwischen den Perspektiven gewechselt, was den Lesefluss beeinträchtigt hat.
Erst im letzten Drittel kam etwas mehr Schwung in die Geschichte. Allerdings fand ich auch dort vieles recht klischeehaft. Gerade weil das Buch gesellschaftskritische Themen aufgreifen und verschiedene Perspektiven aufzeigen möchte, wirkte vieles auf mich zu gewollt.
Das Gefühl von Nähe und Verbundenheit, das das schöne Cover vermittelt, konnte ich im Buch leider nicht wiederfinden.
Alles in allem kann ich das Buch leider nicht weiterempfehlen.