Ich hatte grosse Mühe in die Geschichte reinzufinden. Einerseits konnte ich keine emotionale Verbindung zu Alma und/oder Théo aufbauen. Andererseits hatte ich Schwierigkeiten mit den vielen Zeitsprüngen.
Die bildhafte und beschreibende Sprache der Autorin hat mir ebenfalls nicht so zugesagt. Es wirkt teilweise zu konstruiert und überladen.
Als Alma sich entscheidet für ein halbes Jahr nach Paris zu gehen, wird es interessant. Die junge Liebe wird auf die Probe gestellt. Théo, der für Alma nach München gezogen ist, bleibt zurück. Es bleibt so viel Unausgesprochenes zwischen den beiden. Und genau dieser Einblick in Théo’s Gedankenwelt hat mir sehr gut gefallen. Mehrmals habe ich mich gefragt: aus welchem Grund ist er Alma gegenüber nicht ehrlich? Mit der Zeit werden seine Beweggründe dann klarer. Gut gefallen hat mir auch das überraschende Ende der Geschichte. Aber ist das wirklich Théo? Das habe ich mich jetzt im Nachhinein nochmals gefragt.
Sprachlich sehr gelungen finde ich den Ein- und Ausstieg in die Geschichte.
„Das Haus ist das letzte am Ende der Straße. Es kennt sie, denn das Haus ist Schauplatz ihrer ersten wackeligen Schritte gewesen. Auf der Haut des Hauses wurde ihr Wachstum festgehalten, markiert in seinen Türrahmen. Ihre Geschichte war seine Geschichte.“
Alles in allem eine feine Erzählung über die Suche nach der eigenen Identität sowie über die erste grosse Liebe!