«Neuschnee» von Lucy Foley nimmt uns mit in die einsamen schottischen Highlands. Die Geschichte wird sehr dynamisch auf zwei Zeitebenen (Gegenwart und die drei Tage vor der Tat) sowie aus wechselnden Perspektiven der Figuren (die Freunde, die Angestellten Heather und Dough) erzählt. Trotz dieser Komplexität fand ich mich gut zurecht.
Der Einstieg war allerdings holprig. Bei neun Freunden, drei Angestellten und zwei weiteren Gästen fehlte mir zu Beginn eine Charakterübersicht. Das hätte mir das doppelte Lesen einiger Passagen erspart.
Die Kulisse ist aber genial! Die Gruppe ist durch einen Schneesturm isoliert, draussen treibt ein Serienmörder sein Unwesen und am 2. Januar gibt es eine Leiche. Die Täterin oder der Täter muss einer von ihnen sein!
Leider zog sich die erste Hälfte etwas in die Länge und ich fand kaum Zugang zu den Charakteren. Erst ab der Mitte zog die Spannung an und die Mischung aus Drama und Thriller packte mich. Das Finale war für mich jedoch keine grosse Überraschung und das milde Strafmass von nur vier Jahren Haft für den Mörder fand ich sehr unbefriedigend.
Für Thriller-Fans kein absolutes Highlight, aber ein atmosphärischer Winterkrimi. Deshalb gebe ich 4 von 5 Sternen. ⭐️⭐️⭐️⭐️