“Es braucht keine Klinge, um einem das Herz aufzuschlitzen. Nur diesen einen zärtlichen Blick.” - S.398
„Immortal Longings“ hat mir insgesamt gut gefallen, vor allem wegen der originellen Idee und der düsteren, politischen Welt von San-Er. Das Konzept des Körperwechselns und die brutalen Spiele haben viel Spannung erzeugt und der Grundplot war durchgehend interessant aufgebaut.
Am stärksten waren für mich die Figuren. Calla und Anton sind beide sehr komplex angelegt und ihre Beziehung ist voller Spannung, Misstrauen und Anziehung. Gerade diese Dynamik hat mich oft durch das Buch getragen, weil sie sehr intensiv und emotional wirkt.
Trotzdem hatte ich ein paar Probleme mit dem Buch. Ich bin am Anfang nur schwer reingekommen, was auch an der 3.-Person-Erzählweise lag, mit der ich mich weniger gut identifizieren konnte. Auch die häufigen POV-Wechsel haben den Lesefluss für mich manchmal unterbrochen. Zusätzlich hatte ich das Gefühl, dass es dem Buch stellenweise an Tiefe fehlt. Einige Entwicklungen hätten stärker ausgearbeitet werden können, und nicht alle Handlungen der Charaktere waren für mich vollständig nachvollziehbar. Dadurch wirkten manche Momente eher sprunghaft oder nicht ganz konsequent.
Trotz dieser Kritikpunkte bleibt es aber ein sehr atmosphärisches und interessantes Buch mit einer starken Grundidee und überzeugenden Figuren, das mich insgesamt gut unterhalten hat.