Ich habe mir mehr erwartet von der Geschichte um das Findelkind. Und das Hauptproblem lag bei Oliver Twist. Er wird als kleiner Engel dargestellt, dem schlimme Dinge passieren und dem gute Aristokraten helfen, weil er so ein Goldstück ist. Das Problem dabei: Alles geschieht mit Oliver, er macht kaum etwas aus eigenem Antrieb.
Fasziniert war ich von der Darstellung der Kriminellen Bande, in deren Fänge der Junge gerät. Es gibt hier keinen guter Menschen, aber jede Menge Drama und eine spannende Milieustudie. Leider sind die Figuren und Dialoge hölzern. Das hat jedoch kaum geschadet, um eine Vorstellung von den prekären Verhältnissen in den Armenvierteln Londons zu erlangen.
Kurz: Das Buch ist zu lange für die erzählte Geschichte und da es eines von Dickens ersten Büchern ist, ist sein Stil noch nicht so klar erkennbar. Eine spannende Milieustudie, die leider unter einem schlechten Protagonisten leidet.