Am Anfang war ich wegen der vielen Figuren, Namen und Orte teilweise etwas verwirrt. Dazu kamen noch die Zeitsprünge und Perspektivwechsel, die es nicht immer ganz leicht gemacht haben, den Überblick zu behalten. Gleichzeitig fand ich genau diese wechselnden Perspektiven aber auch interessant, weil man dadurch immer neue Einblicke bekommen hat. Mit der Zeit lernt man die Charaktere besser kennen und kann die wichtigsten Figuren gut auseinander halten. Trotzdem ist es für mich definitiv ein Buch, das man am besten möglichst am Stück liest, damit man bei allen Personen und Zusammenhängen den Überblick behält.
Die Handlung fand ich insgesamt sehr spannend. Während des Lesens hatte ich unzählige Theorien darüber, wer etwas mit Stinas Verschwinden zu tun haben könnte (oder ob überhaupt ein Mord passiert ist). Besonders spannend fand ich, dass ständig neue Nebenhandlungen eröffnet wurden und eigentlich fast alle Figuren irgendwann verdächtig wirkten. Gerade weil immer neue Details ans Licht kamen, hat man beim Lesen ständig mitgerätselt und neue Hypothesen aufgestellt.
Teilweise war es für mich allerdings etwas schwierig, da teilweise oft offen blieb, ob bestimmte Dinge wirklich passiert sind oder ob Marsibil, die Protagonistin, sie sich vielleicht nur eingebildet hat.
Vielen war das Buch vielleicht etwas zu langatmig, mir persönlich hat das Erzähltempo aber trotzdem gut gefallen. Ich kann aber nachvollziehen, dass sich manche Leser etwas mehr Tempo wünschen würden. Für ein absolutes 5-Sterne-Buch hätten mir etwas krassere Cliffhanger und generell noch etwas mehr Spannung gefehlt.
Das Ende selbst fand ich überraschend und definitiv nicht vorhersehbar. Einerseits mochte ich das, andererseits hatte ich dadurch das Gefühl, dass man kaum selbst auf die Lösung kommen konnte (auch weil bestimmte Informationen fehlten, um das Puzzle selbst zusammenzusetzen). Manche Figuren hätte ich persönlich sogar spannender als Täter gefunden.
Am Ende hat vieles Sinn ergeben, trotzdem kam alles etwas zu abrupt. Dafür, dass zuvor so viele Hinweise und Andeutungen gelegt wurden, bleiben für mich noch einige offene Fragen zurück.
Was ich am Buch wirklich geliebt habe, war der Schreibstil. Man kommt unglaublich gut durch die Seiten und alles liest sich sehr flüssig und angenehm. Gerade dadurch wollte ich immer weiterlesen.