Walter Däpp hat seine „Morgengeschichten“ auf Berndeutsch aufgeschrieben. Diese Kurztexte kamen zwischen 2002 und 2006 als „Worte zum Tag“ im Schweizer Radio, einst zweieinhalb Minuten, später nur noch eineinhalb Minuten lang. Darin verpackte er Wichtiges und Unwichtiges – einfach den Alltag.
Erster Eindruck: Ein etwas dunkle Gestaltung des Covers; der Buchtitel gefällt mir sehr gut.
Ich mag Mundartgeschichten sehr gerne, denn schliesslich ist Berndeutsch („Bärndütsch“) meine Muttersprache, und nicht etwa die Standardsprache, das sogenannte Hochdeutsch. Je nach Region, in der man wohnt, hat der Dialekt eine andere Färbung: Im Seeland wird anders gesprochen als in der Stadt Bern, im Oberland oder im Emmental.
Es sind hundert Kurzgeschichten, die in verschiedenen Kapiteln zusammengefasst wurden, wie z.B. „lut u lysli“ (laut und leise), „hütt u geschter“ (heute und gestern) oder „frömd u vertrout“ (fremd und vertraut).
Der Titel des Buches „we das jede wett“ (wenn das jeder wollte) ist ein Ausdruck, den man im Alltag immer wieder verwendet: Wo käme man hin, wenn dies alle wollten? Der Autor erzählt von so vielen Kleinigkeiten im Alltag, wie z.B. vom Grüssen fremder Menschen, dem Vorplatz des Bundeshauses, vom Fotografieren tausender Details anstelle richtigem Hinsehen im Augenblick, dem Zahnarztbesuch oder vom Auswechseln der leeren Klopapierrolle.
Das Buch (bzw. Büchlein) mit seinen 120 Seiten war schnell ausgelesen. „Es hett mer cheibe guet gfaue“ (es hat mir sehr gut gefallen) – von mir gibt es 4 Sterne.