Mit den Büchern der Autorin habe ich schon mehr als einmal gute Erfahrungen gemacht und das interessante Setting dafür sprach mich ebenfalls sofort an. Typisch dem Schreibstil kam ich dann auch doch mit einem angemessenen Tempo durch das Buch, was auch immer ein Plus ist (auch weil das Programm für das E-Book in diesem Falle etwas umständlich war, aber so kam ich immer noch gut durch).
Mit einem gewissen Tempo beginnt die Geschichte auch, womit sie den Vorteil hat, auch jeden Leser sofort packen zu können. Man ist sofort mittendrin im Geschehen, aber kann der Sache dabei jederzeit folgen. Durch den Perspektivenwechsel hat man als Leser auch im Vergleich zu Ophelia wesentlich schneller den Überblick und verliert somit trotz des Tempos die Orientierung nicht.
Die Figuren selbst bekommen dabei ebenfalls wie auch immer die Chance zu strahlen. Die beiden Perspektiven wurden gut ausgenutzt und bilden so ein gut zusammenhängendes Bild, welches auch für den Leser einfach macht.
Aber genau dort liegt ein leichtes Minus an der Sache: Es war teilweise zu leicht. Die Idee mit dem Verräter im Team wäre toll (und hätte die wirklich ziemlich gezielten Angriffe auch besser erklärt), aber es wurde dann anders gelöst und ich fand diese Lösung persönlich etwas zu einfach und ein wenig klischeehaft. Auch der Golem war nur dann chaotisch und zerstörerisch, wenn er eben gerade in der Szene vorkommt. In der restlichen Zeit ging vergessen, dass er ja auch bestens ohne Ophelia eine Schneise der Zerstörung hinterlassen kann und dabei noch wesentlich grössere Probleme mit sich gebracht hat. Es hätte relativ schnell etwas düsterer werden können, aber ein wenig wurde wohl davon zurückgeschreckt.
Wie gesagt, es ist ein kleiner Minuspunkt. Die Idee an sich ist noch immer nett und die Geschichte funktionier auch so bestens. Ich hätte hier persönlich das Potential gesehen, es einfach noch etwas düsterer werden zu lassen, aber ich denke, jemand anderem wird diese Entscheidung umso mehr gefallen.
Um es auf einer guten Note enden zu lassen, muss ich sagen, dass auch das Setting wirklich gut ausgenutzt wurde. Prag durfte auch wirklich strahlen, was mir sehr gefallen hat. Auch dafür kann ich nur Pluspunkte vergeben.
Im Gesamten ist das Buch aber immer noch wirklich empfehlenswert auf jeder Ebene und hat mir noch immer wirklich sehr gut gefallen. Kleine Abzüge von meiner Seite, aber da es sowieso keine halben Sterne gibt, wird es deshalb wieder auf fünf Sterne aufgerundet.