Ich weiss noch immer nicht, was ich zu Felicitas Hoppes Essay «Reisen» sagen soll… Oder was sie mir/uns damit hat sagen wollen. Voller Widersprüche stecken ihre Gedanken zum Thema Reisen, das sie selbst ausgiebig betrieben hat, dessen Sinn und Zweck sich ihr aber immer weniger zu erschliessen scheinen. Philosophisch, enorm eloquent und voller Referenzen betrachtet sie unser Reiseverhalten, ob zu Schiff, im Flugzeug oder auf der Schiene, unsere Jagd nach einmaligen Erlebnissen, einzig, um davon berichten zu können und unser Verhältnis zu Urlaub/Reisen und Heimat/Alltag. Womöglich möchte sie mich dazu anregen, über mein eigenes Reiseverhalten nachzudenken: Wo treibt es mich hin und warum? Was erhoffe ich mir von meinen Reisen und erfüllen sich diese Hoffnungen? Wenn nein, warum nicht? Und wie betrachte ich dabei die Reise an sich: Fahrt/Flug/Passage hin zum Ort meiner Träume, gespickt mit Verspätungen, Staus, Pleiten, Pech und Pannen?
Das bleibt mir in jedem Fall von der Lektüre: Die Wertschätzung dafür, reisen zu können. Der Gedanke, den Weg ebenso zu schätzen wie das Ziel. Die Idee, Erholung, Neues, Abenteuer nicht nur auf die Zeit des Urlaubs zu verlegen, sondern auch im Alltag zu sehen und zu geniessen. Und dass Reisen in erster Linie Erleben und Kennenlernen neuer Menschen und Kulturen und somit Langsamkeit bedeutet (und weniger Abhaken von Sehenswürdigkeiten).
Ein Essay, der mir sperrig erschien und sich nun langsam durch meine Gehirnwindungen schleicht, wo er hoffentlich bleibende Auswirkungen hinterlässt.