Das nehme ich für mich aus diesem Buch ganz stark mit.
Richard David Precht geht mit “Angststillstand” einem diffusen Gefühl und Verhalten nach, das aktuell in der Gesellschaft in unseren Breitengraden wahrgenommen werden kann.
Einerseits können wir grundsätzlich alles sagen – andererseits ist ein Gefühl da, seine Meinung nicht äussern zu dürfen, wenn sie nicht dem gängigen Mainstream entspricht. Eine Angst, in eine bestimmte Schublade geschoben zu werden.
Precht schreibt sehr differenziert und bringt einen Kapitalismus der Befindlichkeiten und Gefühle auf den Punkt – ausserdem die Empörungskultur.
Es sind grosse, wichtige Themenschwerpunkte, die er im Zusammenhang mit der Meinungsfreiheit angeht – psychologische, politische und soziale Aspekte, sowie die Digitalisierung.
Der Autor hält ein Plädoyer für mehr Gemeinsinn und weniger Individualismus, angelehnt an die Parole der Französischen Revolution Liberté, égalité, fraternité (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit), fehlt uns in der Gegenwart die Brüderlichkeit.