Schonungslos, unbequeme Themen und doch auch menschlich - die Autorin bleibt sich auch in diesem Buch treu.
Die Ausgangssituation ist im ersten Moment einfach. Naomi ist mit ihrem kleinen Sohn Uri allein zu Hause, während ein Handwerker am Balkon arbeitet. In einem unbeaufsichtigten Moment stösst der kleine Junge einen Hammer vom Balkon, der zufällig einem Teenager am Kopf tödlich verletzt. Das Ereignis spielt in Israel, die Familie sowie das Opfer jüdisch. Und der Handwerker arabisch. Eine explosive Kombination, die sogleich eskaliert, da alle von einem terroristischen Akt ausgehen. Und Naomi? Klärt dies erst nach drei Tagen auf. In der Zwischenzeit ist die arabische Familie durch eine schwere Zeit der Anklage gegangen, quasi zerstört worden. Viel Schuld, Vorurteile, Verdrängung, Angst. Es ist alles dabei. Die Schuldgefühle treiben Naomi und Familie nach Nigeria, doch abschütteln lassen sie sich nicht.
Eindringlich, interessant. Und wahrscheinlich überall auf der Welt anzutreffen.