Ein Thriller, der mit einem düsteren Prolog verheissungsvoll startet. Genau so, wie ich mir dieses Genre vorstelle. Dann wird aber das eher langweilige Leben von Mercy beleuchtet, die das Licht wegen einer Kopfverletzung meidet und nur nachts unterwegs ist. Sie ist getrieben, den Einwohnern ihrer Stadt heimlich einen Gefallen zu tun; wie sie meint, zur Verbesserung derer Leben. Der kleine Junge einer Familie hat es ihr besonders angetan. Ihm schenkt sie immer wieder Spielsachen und verkleidet sich als Zauberfee. Eines Tages lernt sie Louis kennen, einen zuvorkommenden, charmanten jungen Mann. Er rettet sie aus einer brenzligen Situation an der Tankstelle. Daraufhin schenkt Mercy ihm absolutes Vertrauen. Auch Louis hilft den Menschen, jedoch auf eine absurde und gefährliche Art und Weise.
Die erste Hälfte der Story zieht sich in die Länge, kommt nicht voran. Zahlreiche Dorfbewohner werden mit comicartigen Übernamen beschrieben. Die komisch anmutenden Namen, wie Liebeskummer-Linda oder Kalte-Hand-Carl sind vermutlich der Übersetzung aus dem Englischen geschuldet. Es folgen wiederholt Strassen- und Hügelbeschreibungen der Stadt, in der Mercy lebt. Für mich sind diese unnötig, um die Story zu verstehen. Ab der Buchmitte dreht sich die Geschichte plötzlich in eine spannende Sache. Die Protagonisten zeigen allmählich ihren wahren Charakter. In der Folge konnte ich das Buch praktisch nicht mehr weg legen, da die Spannung von Seite zu Seite wuchs. Ich wollte unbedingt wissen, wie all die Charaktere miteinander verbunden sind. Wer hatte welche Gründe, so und nicht anders zu handeln. Gegen Ende des Buches ereignet sich die überraschende Schlüsselszene, die viele vorangegangene Ungereimtheiten löst.
Die kurzen Kapitel und die wirre Story haben mich nicht überzeugt. Es gibt aber bestimmt ein begeistertes Lesepublikum für dieses Buch. Ich gehöre nicht dazu, weil mir die Personen fremd geblieben sind in ihrem Handeln. Das Buch kann ich nicht weiter empfehlen. Aus diesem Grund bewerte ich mit nur zwei Sternen.