Linda wird jäh aus ihrem perfekten Leben gerissen, als ihre 17-jährige Tochter bei einem Unfall von einem LKW erfasst wird und dabei ums Leben kommt. Nichts ist mehr, wie es war, das Leben scheint stillzustehen, die Trauer ist übermächtig. Sie trennt sich von ihrem Mann, verkriecht sich in die Einsamkeit eines Bauernhofes in einem Dorf, übernimmt die Hühner und den Hund, die ihr eine Alltagsstruktur geben und aufzwingen. Im Dorf schliesst Linda nach und nach Freundschaften und kann sich wieder an kleinen Dingen des Lebens erfreuen.
Daniela Krien versteht es in diesem Buch erneut, feinfühlig die Gedanken, Gefühle und das Befinden von Menschen wiederzugeben. Sie beschreibt sehr schön, wie die kleinen Dinge Linda wieder Mut und Lebensfreude bereiten. So kann sie sich zum Beispiel an orangeroten Tulpen mit gelb gefransten Blütenblättern erfreuen, auch die Gartenarbeit rund um die Jahreszeiten bereitet ihr Freude und lässt sie wieder vorwärtsblicken. Die Sprache ist treffend, schön und rein gewählt.
Eine sehr schöne Geschichte mit Denkanstössen, dass Glück und Gesundheit nicht selbstverständlich sind.