Cover:
Bei dem Buchcover sind die Farben eher sparsam eingesetzt sind, dafür bilden die dunkleren Elemente (Silhouetten der Kinder, Felsen) einen starken Kontrast. Ich finde auch, dass Titel und Bild eine Art Gegensatz bilden. Es ist zwar die Rede von Sommer, das Motiv entspricht aber nicht dem typischen Sommer-Urlaubs-Buch mit hellen leuchtenden Farben. All diese Aspekte machen das Cover insgesamt spannend und interessant. Das Buchcover vermittelt für mich eine düstere, angespannte auch ein wenig unheilvolle Stimmung und weckt meine Neugier.
Handlung:
Es ist der Sommer 1991 auf Perigo Island, Neufundland. Die Geschichte handelt von dem 12-jährigen Pierce und seinen Freunden Bennie und Thomas. Während der Ferien hilft das Trio den Fischern beim Sortieren des Fangs und verdient sich so ein wenig Geld dazu. Damit wollen sie das Boot von Pierce Vater, der vor drei Jahren gestorben ist, wieder seetauglich machen. Emily, Bennies Cousine aus New York, schließt sich ihnen an. Doch als Anna, ein Mädchen von der Insel, vermisst wird, setzen Pierce und seine Freunde alles daran sie zu finden. Dabei begegnen sie einem mysteriösen Festländer, der ersten Liebe und müssen sich ihren größten Ängsten stellen.
Schreibstil & Spannungsaufbau:
Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive von Pierce. Der Autor gibt seiner Figur meiner Meinung nach eine authentische Stimme. Der Schreibstil des Buchs hat mir sehr gut gefallen, vor allem, weil er mich von Anfang an in die Geschichte gezogen hat. Die Erzählweise ist sehr atmosphärisch. Die Natur wird sehr beeindruckend und auch gewaltig beschrieben (u.a. das Kippen eines Eisbergs oder das Wetter auf dem Meer).
Das Buch startet mit einem Prolog drei Jahre vor der eigentlichen Handlung des Romans und erzählt von der Zeit, als Pierce seinen Vater verloren hat. In dieser Zeit trifft er auch das erste Mal auf Anna. Ein Epilog, in dem Pierce einen groben Überblick über Lebenswege von sich und seinen Freunden gibt, rundet das Buch ab. Außerdem baut der Autor viele Spannungselemente ein, die die Handlung bestimmen und vorantreiben (z.B. das Verschwinden von Anna, der mysteriöse Mann vom Festland, eine Art „gegnerische“ Clique älterer Jungs).
Charaktere:
Die Figuren sind lebendig gestaltet und erzeugen beim Lesen Emotionen. Pierce ist der Erzähler der Geschichte und somit der wichtigste Hauptcharakter. Er besitzt eine feine Beobachtungsgabe und hat einen guten Blick fürs Detail. Er ist ein guter treuer Freund, der mutig ist, sich für seine Freunde einsetzt und sich um sie sorgt und auf der Suche nach der Wahrheit ist. Er wirkt mehr wie ein ernster, nachdenklicher Junge, was vermutlich auch an dem frühen Verlust des Vaters begründet liegt. In Emily findet er seine erste Liebe. Im Laufe des Romans kann man seine Entwicklung gut beobachten. Die Beziehung zu seinen Freunden Thomas und Bennie wandelt sich, ebenso wie die anfangs abweisende Haltung gegenüber Solomon (der Festländer).
Meinung & Fazit:
Mit „Sommer auf Perigo Island“ legt der kanadische Autor Perry Chafé seinen Debütroman vor. Der Roman zeichnet sich durch eine atmosphärische Erzählweise aus. Die Charaktere sind lebendig gestaltet und erzeugen beim Lesen Emotionen. Außerdem finde ich die Figuren sehr glaubhaft in ihrem Verhalten. Besonders schön fand ich wie sich die Beziehung zwischen Pierce und Solomon entwickelt hat.
Besonders berührt hat mich dieses Zitat:
„Ich weiß, du vermisst deinen Dad. Aber das Beste, was wir tun können, um die zu ehren, die wir verloren haben, ist, ein möglichst gutes Leben zu führen.“
Das Buch ist sehr spannend und für mich eine Mischung aus Krimi, Roman und Entwicklungsgeschichte. Es spricht aber auch Naturschutzthemen an, wie die Überfischung der Meere. Daraus resultierend greift das Buch auch die finanziellen Nöte der Menschen, die vom Fischfang leben und gezwungen sind ihre Heimat zu verlassen, auf, sowie familiäre Gewalt und Alkoholismus. Das Buch kann ich nur empfehlen und es zählt zu meinen Favoriten!