Zum Inhalt: Der Titel des Buches bezieht sich auf den Ich-Erzähler Mattia Gregori, der zur Zeit des Zweiten Weltkriegs als junger, noch bartloser Faschist (deshalb der Name Bambino) nach seiner leiblichen Mutter sucht. Sein Vater, ein Uhrmacher und überzeugter Antifaschist, verkörpert das genaue Gegenteil seines Sohnes. Aus zunächst unerklärlichen Gründen möchte der Vater verhindern, dass Mattia eine Verbindung zu seiner Mutter herstellen kann. Aus diesem Spannungsfeld entwickelt sich eine Geschichte, die langsam, aber intensiv zu wirken beginnt und in der auch Einblicke in menschliche Abgründe im Kontext kriegerischer Ereignisse ihren Platz finden.
Zitat: „Mit Schuldgefühlen wurde ich fertig. Ich wusste, wie ich den Fluss meiner Gedanken auf halber Strecke unterbrechen konnte, ohne sie zu Ende zu denken.“
Meine Eindrücke: Balzano schreibt mit grosser menschlicher Tiefe und viel Feingefühl. Dadurch entsteht rasch eine Nähe zum Protagonisten und zu seinem Umfeld. Die Figuren wirken glaubwürdig und berühren, ohne dass der Autor je aufdringlich wird. Gerade die ruhige Erzählweise verleiht dem Roman seine besondere Intensität.
Mein Fazit: Es ist nicht mein erstes und sicher nicht mein letztes Buch von Marco Balzano.
Leserinnen und Leser, die eine Geschichte mit historischem Hintergrund und einer Sprache mit viel Gespür für Figuren schätzen, sind hier genau richtig.