Bereits der erste Satz des Buches verweist den Leser auf den Inhalt des Buches: “Es ist eine allgemein anerkannte Wahrheit, dass ein alleinstehender Mann im Besitze eines hübschen Vermögens nichts dringender braucht als eine Frau.” Im Zentrum steht Familie Benett aus dem Dorf Longbourn, die dem ländlichen Kleinadel mit ca. 2000 Pfund Jahreseinkommen angehört. Mr. und Mrs. Benett haben fünf Töchter und alle fünf sind unverheiratet. Mrs. Bennets Gedanken kreisen permanent darum wie sie ihre Töchter möglichst schnell und möglichst gut unter die Haube bringen kann. Auf den ersten Blick mag das ziemlich einfältig wirken, hat aber einen ganz trifftigen Hintergrund. Das Buch erschien erstmals 1833 und in jener Zeit gab es eine andere Erbfolge als wir sie heute kennen. Das Vermögen wurde ausschliesslich in der männlichen Linie vererbt, wodurch zwangsläufig Familien mit weiblichen Nachwuchs gut daran taten diesen gut zu verheiraten, damit sie nicht der Armut anheim fallen. Die sozialen Verhältnisse der Familie Bennet stehen im Kontrast zu denen des Adels, womit wir genau beim Angelpunkt des Buches wären. Elisabeth, die zweitälteste Tochter der Bennets ist die Protagonisten des Buches. Durch ihre Augen erhält der Leser Einblick in die Lebenrealität und durch sie können wir an der Geschichte teilhaben. Auf einem Ball lernt sie den Aristokraten Mr. Darcy kennen. Dieser ist sehr schweigsam und vor allem sehr stolz, was sich z.B. durch seinen Unwillen zum Tanz zeigt, obwohl es bei dieser Gersellschaft an männlichen Partnern mangelt und die Damen am Randen sassen und ausharrten. Sein bester Freund Mr. Bingley, ebenfalls von hohen sozialen Rang, ist ganz anders. Er verliebt sich augenblicklich in die ältester Tochter der Bennets und verbringt nahezu den ganzen Abend mit ihr. Als er Mr. Darcy sagt, er habe noch nie so viele schöne Mädchen auf einem Haufen gesehen, antwortet dieser recht kühl, dass keine dabei wäre, die ihn reizen könnte. Auf Bingleys Aussage, dass doch die zweitälteste Bennettochter sehr hübsch sei, antwortet er rehct arrogant, dass ihr Anblick recht passabel sei. Diese wiederum hört es. Statt sich nun, wie üblich in jener Zeit, in Zurückhaltung zu üben, spricht Elisabeth dies direkt an. Die Fronten scheinen geklärt: Mr. Darcy hält sich für was besseres und Elisabeth hat Vorurteile. Mehrheitlich die gesamte Geschichte dreht sich um die Ökonomie der Personen. Von jeder männlichen Person wird das Jahreseinkommen genannt. Doch im Laufe der Geschichte erkennt Mr. Darcy zunehmend, dass ihm die rebellische, kluge und sprachgewante Elisabeth gefällt. Doch sein Stolz hindert ihn sich diese Gefühle einzugestehen. als er es dann doch tut, geht er zu ihr und macht ihr einen Heiratsantrag, der nur davon handelt, dass er es sich wegen der sozialen Unterschiede nicht leicht gemacht hätte, dass er sie aber dennoch liebe. Lizzy lehnt ab, weil sie glaubt er stecke hinter der vereitelten Verlobung ihrer Schwester mit Bingley. Nach einem herben Schicksalsschlag der Bennets zeigt Mr. Darcy sein wahres Ich und hilft der Familie im Hintergrund und setzt alles daran, dass vor allem Elisabeth nichts davon erfährt. Diese ist aber zu klug und bekommt es heraus und gesteht sich dann ohre eigen Verliebtheit zu Mr. Darcy ein, doch ist es nicht schon zu spät? Sie hatte ihm deutlich klargemacht, dass sie die letzte Frau Erden wäre, die ihn heiraten würde. Auch Mr. Darcy reicher Tante Lady Catherine de Bourgh entgeht die Vernarrtheit ihres Neffens zu Lizzy nicht. Sie ist ebenfalls Mutter einer Tochter und besteht auf der Heirat dieser mit Mr. Darcy. Es kommt in Longbourn zu weinem Schlagabtausch zwischen Elisabeth und Ldy Catherine, den ich als den besten des gesamten Buches betrachte. Das Buch ist, trotz seines Alters, sehr gut verständlich lesbar und wahrlich amüsant geschrieben. Ich habe es sehr gerne gelesen und werde es sicherlich nochmals lesen. Die einzelnen Charaktere sind mit wenigen Strichen gezeichnet. Das Buch ist amüsant und ironisch zugleich. Kurz gesagt: unbedingte Leseempfehlung und keine Angst vor Klassikern, denn dieser hier ist toll.